Startup oder Cottbus?

Geyer, Miriuta, Piplica

»Optimism, pessimism, f**k that: we’re going to make it work.«
Everything-Genie Elon Musk – oder Eduard Geyer?

Eduard Geyer war der Mann, der es in Cottbus am Laufen hielt. Ein Weggang aus Cottbus bot sich für Geyer nicht an. Insgesamt war er zehn Jahre lang am Stück in der Lausitz tätig und hat es in der Regel geschafft, mit kleinen Mitteln ein wettbewerbsfähiges Team zu stellen, das von der Regionalliga in die Bundesliga führte. Erwartungen, dass man mit Cottbus in der ersten Liga nicht gegen den Abstieg spielen könnte, geißelte er als »wahnsinnig«. Auf dem Teppich bleiben war seine Devise. Man braucht keine Philosophie. Man muss es nur machen. Making it work? Ede Geyer wusste, wie es im Rahmen der Möglichkeiten geht.


»Fake it till you make it.«
Jason Goldberg von »Fab« – oder Vasile Miriuta?

Als Miriuta sein erstes Bundesligaspiel bestritt, war er fast 32 Jahre alt. Die Stationen des Ungarn davor: Bukarest, Bistrita, Györi, Bourges, Videoton, Ferencvaros, Ujpest. Hätte man so einem einen Vertrag angeboten? Stabach schon. Und dem Mittelfeldmann war ganz egal was vorher war. Wichtig war nur jetzt. Wenn er sich den Ball zum Freistoß zurecht legte. Die Sekunden, in denen der Ball über die Mauer fiel und im Tor einschlug, immer und immer wieder. Mit elf Treffern war er der beste Torschütze vom FC Energie, seine Standards sind legendär, und dass Cottbus die Klasse hielt, war sicherlich auch dem glatzköpfigen Wandervogel zu verdanken, der es so lange in obskuren Ligen gefaked hat, bis er endlich spät auf großer Bühne zum Zug kam und zur prägenden Figur wurde.


»Always deliver more than expected.«
Larry Page von »Google« – oder Tomislav Piplica?

Torwart Tomislav Piplica war Teil jener jugoslawischen U20-Mannschaft, die 1987 bei der Weltmeisterschaft in Chile gegen die deutsche Mannschaft das Finale gewann. Seine Mitspieler damals u.a.: Davor Suker. Robert Prosiniecki. Predrag Mijatovic. Danach wurde es eher ruhig um den Mann mit der selbstbewussten Frisur. Als er nach den Stationen Istra Pula, Segesta Sisak und NK Samobor als Fast-30jähriger bei Energie Cottbus in der Zweiten Bundesliga auftauchte, wussten die Verantwortlichen selber nicht so richtig, ob sie einen Beinahe-Star geholt hatten oder jemanden, der sich seit einigen frühen Erfolgen ein bisschen zu viel ausgeruht hat. Piplica – dessen Leistung während seiner Zeit bei Energie tatsächlich oft wilde Kurven beschrieb – erwies sich in der Erstliga-Saison wie fast alle anderen im Kader als echter Typ, war sportlich wie menschlich eine unerwartete Bereicherung und war schnell der ganzen Liga als Kult-Goalie bekannt.