Stadionverbote gegen Schalke-Fans

Hinter schwarz-gelben Gardinen

Borussia Dortmund hat 15 Stadionverbote gegen Anhänger des FC Schalke 04 ausgesprochen, unter anderem gegen den Vorsänger der Ultras. Vor dem Derby im Westfalenstadion entzog er sich der Leibesvisitation und der Ticketkontrolle. Stadionverbote gegen Schalke-FansImago Den Fans, die bis zu drei Jahre kein Stadion der Bundesliga bis hin zur Regionalliga mehr betreten dürfen, wird nach Auswertung von Videomaterial der Dortmunder Polizei Hausfriedensbruch und Landfriedensbruch vorgeworfen.

Die Gruppe, zu der auch der Vorsänger der Ultras Gelsenkirchen gehört, soll vor dem Spiel der Schalker am 10. Februar im Signal-Iduna-Park vor dem Eingang zum Stadion installierte Drehkreuze übersprungen und sich so der Leibesvisitation und der Ticketkontrolle entzogen haben.

Besonders pikant: Entgegen der zuletzt überwiegend praktizierten und in den geänderten Stadionverbots-Richtlinien ausdrücklich zugelassenen Verfahrensweise, hat Borussia Dortmund den Vorgang nicht an den Stammverein der Fans, also Schalke, abgegeben, sondern in diesen 15 Fällen über die Stadionverbote in eigener Regie entschieden. »Das ist richtig«, bestätigt Schalkes Sicherheitschef Volker Fürderer gegenüber RevierSport. »Weil die vorgeworfenen Delikte sich direkt auf dem Vereinsgelände von Borussia Dortmund abgespielt haben, hat uns der BVB im Vorfeld darüber informiert, das Verfahren alleine durchziehen zu wollen. Wir haben das respektiert.«

»Dortmund hat sich korrekt verhalten.«

Den betroffenen Fans wurde durch den Verein Borussia Dortmund zuvor Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. »Davon haben die Anhänger aber wegen der noch laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft keinen Gebrauch gemacht«, erklärt Fürderer, der einen weiteren negativen Trend befürchtet.

Direkt nach dem ersten Derby auf Dortmunder Boden nach der hoch emotionsgeladenen Partie im Mai 2007, in dessen Nachgang 89 Stadionverbote verhängt wurden, die zum Teil nach Einstelllung der Verfahren allerdings bereits wieder aufgehoben sind, sprachen die Verantwortlichen noch von einem reibungslos verlaufenen Spiel ohne besondere Vorkommnisse. »Das stimmt und ist auch bei den Fans auf Unverständnis gestoßen«, hat Fürderer gehofft, dass in Sachen Stadionverbote »Ruhe eingekehrt wäre«. Dennoch hat der BVB nach Sichten der Aufzeichnungen handeln müssen. Mit dem Ausschluss einer der führenden Männer der Ultras Gelsenkirchen dürfte das Gegenteil der Fall sein.

Ob die UGE einen neuen Vorsänger präsentieren, oder ob das in der Nordkurve der Arena eigens für den Support installierte Podest in der kommenden Saison verwaist sein wird, steht noch nicht fest. Inhaltlich trage Schalke die Entscheidungen dennoch voll mit. Fürderer: »Dortmund hat sich korrekt verhalten.« Bereits am vierten Spieltag der neuen Saison kommt es in Dortmund erneut zum Spiel des BVB gegen Schalke.