St. Pauli-Fans wettern gegen Sportsender

DSF nix gut?

Die Fans des FC St. Pauli protestieren mit Transparenten gegen den Einfluss des DSF auf den Terminkalender der Liga. Nun will der Sender nicht mehr live von dort berichten – für die Kasse des Klubs ist eine fehlende Medienpräsenz bitter. St. Pauli-Fans wettern gegen SportsenderImago Am 10. März hatte der FC St. Pauli, seit dieser Saison wieder in der zweiten Liga, einen großen Auftritt. Das DSF übertrug die Heimpartie gegen 1860 München live. Aber die St.-Pauli-Fans hielten Transparente in die Kameras, auf denen »Scheiß DSF« oder »DSF nix gut« zu lesen war.

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Hintergrund: Das Fernsehen bestimmt oft, wann gespielt wird, und dem DSF passt Montagabend 20.15 Uhr am besten ins Programm. Den Pauli-Fans, vor allem den auswärtigen, passt der Termin aber gar nicht. Dem DSF wiederum gefallen rufschädigende Bilder aus dem Millerntor-Stadion nicht. Laut Hamburger Abendblatt hat ein DSF-Mitarbeiter weitere Übertragungen aus Hamburg »kategorisch ausgeschlossen«. Fest steht: Zumindest in der laufenden Saison überträgt das DSF kein weiteres Live-Spiel von St. Pauli. In Hamburg gibt es Medien, die das als Boykott des Vereins interpretieren.

Fakt ist aber auch: Keines der restlichen Heimspiele des FC St. Pauli fällt auf einen Montag. Die Beziehungen zwischen Sender und Verein sind keineswegs so unbelastet, wie beide Seiten verkünden. Man habe kein Problem mit St. Pauli, sagt DSF-Chefredakteur Sven Froberg. Ende April treffe man sich aber mit Leitung und Verein, um die Sache aus der Welt zu schaffen.

100.000 Euro Verlust für den Klub

Bei St. Pauli hat man das antikommerzielle Auftreten der Anhänger als Problem erkannt: Jede entgangene Übertragung koste den Verein 100.000 Euro, heißt es in der Stadionzeitung. Das Geld kommt zwar nicht vom DSF, aber von den St.-Pauli-Sponsoren, denen die Fernsehpräsenz im DSF so viel wert ist.Offiziell bestimmt die Deutsche Fußball Liga (DFL), wer montagabends kickt. Aber die »Wunschliste« schreibt das DSF - und die wird meist erfüllt. Nur einmal ist St. Pauli in dieser Saison in den Genuss der Live-Übertragung gekommen. Vorsorglich hat sich die Vereinsführung aber beim DSF für die Beschimpfung durch die Fans entschuldigt. St.-Pauli-Organisationsleiter Sven Brux rät den Anhängern schon mal, sich mit »etlichen Gesetzmäßigkeiten des Marktes« zu arrangieren.