St. Pauli entlässt Sportdirektor Meggle

»Das System hat versagt«

»Es muss den Verantwortlichen klar sein, dass mit der Trennung von Meggle kein einziger Punkt mehr auf das Tabellenkonto des Kiezclubs gekommen ist«, hielt das »Hamburger Abendblatt« dagegen. Und trifft damit den Nagel auf dem Kopf. 


Denn für das Verletzungspech, strittige Schiedsrichterentscheidungen und die allgemeine Verunsicherung, die durch eine Abwärtsspirale entsteht, war Meggle nicht verantwortlich. Genau wie Sahin nicht dafür verantwortlich war, dass aufgrund seines Fehlschusses der Sportdirektor entlassen wurde. »Das ganze System St. Pauli hat versagt«, sagte Göttlich. Die Tabellensituation an einer Begebenheit festzumachen, ist unmöglich. 

Höchststrafe im Abstiegskampf

Das erkannte auch Lienen. Als das Tabellenschlusslicht 0:3 in Sandhausen baden ging, platzte Lienen der Kragen. Er packte seine Mannschaft bei der Ehre und schimpfte sie in die Pflicht: »Ich kann erwarten, dass wir alles in ein Spiel hineinlegen und ums Überleben kämpfen, bis der Arzt kommt. Und das ist nicht der Fall gewesen.« 

Mit jedem Atemzug wurden die Falten dabei tiefer, der Tisch vor ihm musste leiden. Lienen sprach seinen Mannen Einstellung und Bereitschaft ab. Immerhin reagierte das Team mit dem couragierten Auftritt gegen Nürnberg. 

Rettig macht kurzfristig Sinn

Paradox, dass Meggle trotzdem ausgerechnet jetzt gehen musste. Schließlich konnte er die Leistungen auf dem Platz am wenigstens von allen Beteiligten direkt beeinflussen. Immerhin stand mit Andreas Rettig ein erprobter Manager in der zweiten Reihe, der in Köln, Augsburg und bei der DFL bewiesen hat, dass er das operative Geschäft beherrscht. Als kurzfristige Lösung macht diese Besetzung Sinn. »Wir denken jetzt an diese Saison. Und nicht an die nächste», betonte Göttlich. 

Trotzdem wird sich erst mit den nächsten Ergebnissen herausstellen, ob Meggle ein Bauernopfer ist, oder sich die neue Strukturierung auch auf dem Platz bezahlt macht. Denn manchmal entscheidet eben eine vergebene Torchance über das Schicksal eines ganzen Vereins.

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