Sperre der Südtribüne: Warum BVB und DFB eine Riesenchance vergeben haben

Leere im Kopf

Am Samstag bleibt die Süd leer. Doch statt über das Urteil zu jammern, müssten Klub und Verband nach besseren Lösungen suchen. Eine Idee könnte gar für Furore sorgen.

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Stell dir vor es ist Samstag, 15:30 Uhr, Bundesliga und die Südtribüne im Westfalenstadion schweigt. Jene mächtige Wand aus knapp 25.000 Menschen, der Puls des BVB, bleibt einfach still. Nicht aus Trauer, nicht aus Respekt, sonder wegen der Dummheit einiger weniger. Dieser Albtraum aller BVB-Anhänger wird nun wahr, weil das DFB-Sportgericht den Verein für die Verfehlungen seiner Fans in der Partie gegen RB Leipzig empfindlich treffen wollte. Am Samstag schweigt die Süd und überall wird hitzig diskutiert. Ist die Strafe angemessen? Oder gar viel zu hart?

Die plakativste Lösung ist nicht die beste

Zuallerst: Der DFB hat sich bei dem Urteil nicht mit Ruhm bekleckert. Denn er bestraft eben nicht nur die zum Teil widerlichen Plakate aus dem RB-Spiel, sondern auch Schmähgesänge aus dem Spiel gegen Hoffenheim. Das weicht einerseits das Urteil auf, andererseits offenbart es die Absurdität der Kollektivstrafe. Wenn einige Wenige Mist bauen, müssen alle anderen es ausbaden. Dabei dürfte selbst bis in die Otto-Fleck-Schneise durchgedrungen sein, dass dieses Vorgehen schon im Kindergarten für unsinnig gehalten wird. Weil sie keinen Lerneffekt mit sich bringen. Es ist schlicht die einfachste Lösung, die plakativste noch dazu. Doch manchmal herrscht eben an den falschen Stellen große Leere im Kopf.

Das hat der BVB nicht nötig

Der BVB akzeptiert die Strafe anstandslos. In eine Pressemittelung des Klubs heiß es, »dass es in der emotional noch immer aufgeladenen Atmosphäre derzeit weder möglich noch sinnvoll erscheint, eine inhaltliche Debatte über ein im juristischen Sinne ›angemessenes‹, ›erforderliches‹, ›verhältnismäßiges‹ oder ›weitsichtiges‹ Strafmaß zu führen«. Auch da macht es sich der Klub ziemlich einfach. Das hat er gar nicht nötig. Auch weil er schon oft bewiesen hat, dass er auch zu kreativen Lösungen in der Lage ist. 

Denn mit ein bisschen Ruhe und Mut hätte man aus dieser Strafe eine bleibendes Statement für alle Fußballfans machen können.