Das volle Programm zur WM in Russland
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Sotschi vor dem Schweden-Spiel

In der Unterzahl

Gegen Schweden geht es für die deutsche Nationalmannschaft in Sotschi schon um Alles. Und während die Spieler bloß keine Fehler machen wollen, zeigen sich die Anhänger entspannt. Ein Stimmungsbild.

imago

Am Donnerstagabend waren Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Sebastian Rudy im Bridge Resort von Sotschi. Das ist insofern erwähnenswert, weil es sich dabei nicht um das Mannschaftshotel des deutschen Teams handelt, sondern um eine der hier an der Schwarzmeerküste sehr populären Wohnanlagen. Sie bilden die Trabantenstädte um die großen russischen Metropolen quasi im Kleinen ab. Wobei klein, wie so vieles in Russland, eher relativ ist, denn diese umzäunten Resorts bestehen meist aus einem Dutzend gerne auch mal zehnstöckiger Häuser, in deren Mitte dann ein gewaltiger Klotz für die Gemeinschaftsräume aller findet.

Neben diesem saßen die drei Nationalspieler also, um Goretzkas Bruder oder einen Freund von ihm zu treffen. Allerdings sind im Bridge Resort nicht nur deutsche Fans untergebracht, sondern in einem der Häuser auch deutsche Journalisten. Einer von ihnen wies das Trio auf diesen Umstand hin, und sehr bald trat das Trio den Rückzug an. 

Campo Bahia reloaded

Es ist nun wirklich nichts dagegen einzuwenden ist, wenn Kicker in der Freizeit ihre Freunde und Verwandte treffen. Insofern zeigt diese kleine Anekdote, wie angespannt es gerade um das deutsche Team zugeht. Andererseits sind die Nationalmannschaft und ihre Begleiter am russischen Sehnsuchtsort Sotschi unversehens zusammengerückt. Wenn ein Nationalspieler in Vatutinki vor die Tür der Unterkunft getreten ist, war da nichts und wird da nichts sein außer einer Straße, die entlang einer grünen Wand in eine Trabantenstadt führt, die leider kein Resort ist.

Hier hingegen ist gleich vor der Tür die Strandpromenade, das Meer und gut gelaunte Menschen, die sich bei Grillfleisch und Karaoke vergnügen wollen. Oder sie reisen an, um sich den guten Wirkungen balneologischer Therapien hinzugeben. Auch ohne solche ist Jogi Löw hier fast schon demonstrativ aus seinem Kokon gekommen und hat sich morgens beim Joggen fotografieren lassen und lässig an einen Laternenpfahl gelehnt. Campo Bahia reloaded. Selbst die drückende Schwüle mit 90 Prozent Luftfeuchtigkeit fühlt sich schließlich ganz nach Südamerika an.