So war das Public Viewing bei Union Berlin

Erste Etage, bitte

Über 13.000 Unioner versammelten sich gestern Abend in der Alten Försterei, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Die spielte zwar im etwa 650 Kilometer entfernten Stuttgart - trotzdem war die Stimmung einzigartig. 

11FREUNDE

Es war ein Freitagabend, Anfang März 2017. In der 82. Minute machte Damir Kreilach das 2:0 gegen die Würzburger Kickers, das Spiel war entschieden, die drei Punkte blieben in Köpenick. Union befand sich auf dem zweiten Platz der zweiten Liga und die Fans erkannten: »Scheiße…wir steigen auf«. So stand es auf einem Banner, schwarz auf weiß. Doch am Ende wurden sie nur Vierter. Zum historischen, ersten Bundesliga-Aufstieg reichte es nicht.

Wirklich böse waren die Fans allerdings kaum, so manchem war die zweite Liga zu diesem Zeitpunkt gar lieber. Eine Ansicht, die in Teilen der Fanszene auch heute noch geteilt wird, frei nach dem Motto: »Alles kann, nichts muss«. Aber von diesem »kann« waren die Köpenicker in dieser Saison nicht weit entfernt. Ein Tor fehlte am Ende in Bochum.

Wie eine Schwangerschaft

Nun also Relegation. »Wir sind der krasse Außenseiter«, sagte Unions Kapitän, Christopher Trimmel, im Vorfeld und Trainer Urs Fischer wusste, dass der Druck bei den Stuttgartern größer als bei ihnen selbst sei. Druck, den man einfach ins Schwabenland schieben wollte?  

»Wenn man so dicht davor is, dann will man dit schon schaffen. Aber ick hab dit schon gegen Bochum jesagt - dat mit dem Aufstieg is wie 'ne Schwangerschaft: Et jibt Gründe, die dafürsprechen und welche dajegen. Aber Druck? Ham wa nich«. Es ist 19 Uhr, die alte Försterei öffnet die Pforten, der Verein lädt zum Public Viewing ein. Gegen Bochum versammelte man sich noch vor dem Stadion, doch schnell stellte sich heraus, dass der Platz dort einfach zu klein war.