So protestiert die Dortmunder Südtribüne gegen Red Bull Salzburg

Gegen den Trend

In der Europa League trifft der BVB auf RB Salzburg, die Reise nach Österreich werden viele Dortmunder Fans aus Protest nicht antreten. Stattdessen wird ein anderer Klub unterstützt. 

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Mit Protesten gegen die Präsenz von Red Bull im Fußball und den Fans von Borussia Dortmund ist es ja so eine Sache. In der Vergangenheit wurden teilweise Grenzen überschritten, die nicht hätten überschritten werden dürfen, gleichzeitig konzentrierte sich die Öffentlichkeit oft dermaßen auf das Negative, dass auch völlig harmlose Aktionen in der Rezeption zu schwerkriminellen Undingern aufgebauscht wurden. Was immerhin richtigerweise und stets ankam: Die Südtribüne hat keinen Bock auf Red Bull. Was die Sache mit dem Achtelfinale in der Europa League gegen Red Bull Salzburg für die Fans des BVB natürlich etwas kompliziert macht. Denn was nun tun? Die Mannschaft auch in Salzburg unterstützen? Und RedBull deswegen Eintrittskarten abkaufen? Schwierig.

Einige der treuesten Anhänger haben sich jetzt gegen die Auswärtsfahrt nach Salzburg entschieden und für den eigenen Standpunkt. Gleichzeitig unterstützen sie stattdessen den Red-Bull-Stadtrivalen SV Austria Salzburg. So werden große Teile des Bündnisses »Südtribüne Dortmund« die Reise zum Rückspiel am 15. März nicht antreten. Stattdessen verkauft der Fan-Zusammenschluss bei den Heimspielen gegen RB am Donnerstag und gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag symbolische Eintrittskarten gegen eine Spende von mindestens 10 Euro. Diese Karten können später gegen ein Aktions-Shirt eingetauscht werden.

»Wir können und werden Retortenklubs nicht unterstützen«

»Wir können und werden Retortenklubs wie die aus Salzburg oder Leipzig nicht akzeptieren, da sie alle Werte mit Füßen treten, für die der Volkssport Fußball in unseren Augen steht und noch immer stehen sollte«, teilte das Bündnis mit. Auch RB Leipzig ist im Europa-League-Achtelfinale vertreten, der Bundesligist trifft auf Zenit St. Petersburg.

Der Erlös der Aktion unter dem Motto »Tradition schlägt jeden Trend« soll Austria Salzburg helfen. Der Traditionsverein war 2005 von Red Bull übernommen worden. Auf Fan-Initiative gründete sich der Verein als SV Austria Salzburg neu und spielt derzeit viertklassig.

Die Entscheidung, die eigenen Mannschaft nicht im Stadion zuunterstützen, kann den BVB-Fans, die normalerweise ja immer kommen, nicht leicht gefallen sein. Aber immerhin können sie sich dieses Mal (fast) sicher sein, dass den Protest niemand in den falschen Hals bekommt.