So lustig kommentierte ein Londoner die Fan-Krawalle

»Wie das Werfen eines Schuhes«

In Marseille tobt der Hooligan-Mob, ein Islamwissenschaftler aus London macht sich darüber lustig. Und begeistert damit das Netz.

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Als sich am Samstag die Nachricht von den Gewaltexzessen in Marseille verbreitete, begann ein Mann aus London namens Hayder al-Khoei seine 27.000 Follower in regelmäßigen Abständen mit Tweets zu versorgen. »Als England-Fan, der für ganz England und alle Engländer spricht«, begann seine erste Botschaft, »möchte ich mich für die sinnlose Gewalt in Frankreich entschuldigen.« Darunter setzte al-Khoei den Hashtag »NotInMyName«, den Titel der Kampagne, die britische Muslime vor zwei Jahren ins Leben riefen und mit der sie sich von Terroristen distanzieren.

Mehr als 2.000 Leuten gefiel der Tweet und sie verbreiteten ihn weiter. So legte al-Khoei eine Stunde später nach. »Wenn sich nicht mehr Engländer zu Wort melden und diese Gewalt uneingeschränkt verurteilen«, schrieb er, »dann werden die Leute glauben, dass diese betrunkenen Extremisten stellvertretend für uns alle stehen.« Nun klickten 2.200 User auf den Retweet-Knopf.



Knapp zwei Stunden später erklärte al-Khoei seinen Lesern die Hintergründe der Krawalle in Frankreich: »Die abscheuliche Gewalt geht auf einen jahrhundertealten Konflikt zurück. Französisch-Englischer Krieg im 13. Jahrhundert, Napoleon und dann die UdSSR.« Zehn Minuten darauf twitterte er: »Protestantische Engländer und katholische Franzosen hassen sich wegen der tiefverwurzelten Geschichte von Spaltung und Gewalt in Europa.«

Weitere sieben Minuten später schrieb al-Khoei: »Arabern, die versuchen, diese Gewalt zu verstehen, sei gesagt, dass das Werfen einer Bierflasche in der europäischen Kultur wie das Werfen eines Schuhes ist. Eine beleidigende Geste.«