So kommt das Champions-League-Finale ins Free-TV

5:0 für Deutschland

Juristen streiten: Ist Jürgen Klopp ausreichend, damit das Champions-League-Finale unter »deutscher Beteiligung« läuft und deshalb im Free-TV gezeigt werden müsste? Dabei liegen die Argumente doch auf der Hand.

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Eigentlich sollte das Champions-League-Finale zwischen Tottenham und Liverpool nicht im deutschen Free-TV zu sehen sein, die Übertragungsrechte dafür liegen ausschließlich bei Sky und Dazn. Juristen finden das falsch, und verweisen auf den Rundfunkstaatsvertrag. In dem ist unter »Paragraf 4, Übertragung von Großereignissen« geregelt: 



Die Ausstrahlung im Fernsehen von Ereignissen von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung (Großereignisse) in der Bundesrepublik Deutschland verschlüsselt und gegen besonderes Entgelt ist nur zulässig, wenn der Fernsehveranstalter selbst oder ein Dritter zu angemessenen Bedingungen ermöglicht, dass das Ereignis zumindest in einem frei empfangbaren und allgemein zugänglichen Fernsehprogramm in der Bundesrepublik Deutschland zeitgleich oder, sofern wegen parallel laufender Einzelereignisse nicht möglich, geringfügig zeitversetzt ausgestrahlt werden kann.



Als Großereignis ist dabei definiert:

 Endspiele der europäischen Vereinsmeisterschaften im Fußball (Champions League, Europa League) bei deutscher Beteiligung. 



Womit sich Justizia nach aktuellem Stand die alles entscheidende Frage stellt: Ist die Teilnahme von Liverpool-Trainer Jürgen Klopp schon genug, um von einer »deutschen Beteiligung« zu sprechen? 

Dabei ist das natürlich viel zu kurz gedacht. Denn das Champions-League-Finale, es wimmelt nur so vor deutscher Beteiligung. Vermutlich wäre es ohne deutsche Beteiligung überhaupt nicht denkbar! Auf zur Beweisführung:

Die Spieler
Er ist in Bochum geboren worden und hat 16 Jahre Schalke 04 überlebt — Joel André Matip Job, wie Liverpools Abwehrgranate mit vollen Namen heißt, mag zwar Nationalspieler Kameruns sein (Hallo, DFB?!?!), ist aber im Zeichen seiner Biographie ein deutscher Held. Und wer diese 1,93 Meter Defensiverotik in den Halbfinal-Spielen gegen den FC Barcelona wirken sah, wird zustimmen müssen: mehr Beteiligung am Finaleinzug der Reds wäre schon Belästigung.

Seinen Job als Nebenmann von Virgil van Dijk in der Innenverteidigung des FC Liverpool teilt sich Joel Matip mit Dejan Lovren. Der mit seiner Familie im Alter von drei Jahren aus seiner Heimatstadt Zenica (heute Bosnien und Herzigowina) flüchtete, fließend Deutsch spricht und wo zum Fußball kam? Richtig, beim BSC Sendling 1918 München. 

Sollte das wider Erwarten noch immer nicht genügen: Loris Karius.

Der Mann, der im Champions-League-Finale des vergangenen Jahres so eine unbenommen unglückliche Figur machte, steht schließlich noch immer beim FC Liverpool unter Vertrag. Auch wenn er aktuell an Besiktas Istanbul verliehen ist. Denn man muss sich ja auch mal die Frage stellen: Hätte Karius im Vorjahres-Endspiel gegen Real Madrid keine Gehirnerschütterung erlitten, hätte seine Mannschaft das Finale dann nicht doch vielleicht gewonnen und hätte eine dann satte Klopp-Truppe sich tatsächlich nochmals aufraffen können, erneut das Finale zu erreichen? Eben.

Die Spielstätte

Ein Finale ohne Stadion? Wie eine HSV-Saison ohne Trainerentlassung: undenkbar. Und auch wenn wir nicht nachweisen können, dass das Wanda Metropolitano von Madrid auf deutschen Schrauben, deutschem Stahl und deutschem Lüftungsschächten ruht, wissen wir doch eines: Schlaich Bergermann Partner. Die haben ihren Gründungs- und Hauptsitz in Stuttgart und sind für die Konstruktion weiter Teile der Arena zuständig. Andere realisierte Entwürfe des Unternehmens unter anderem: Das Knick-Ei von Halstenbek (1995). Zweimal eingestürzt, vor Fertigstellung abgerissen. 

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