So könnte Liverpool Real Madrid schlagen

Konterräume nutzen

3. Konterräume nutzen

Reals Mittelfeld bietet eine Schwachstelle: Durch die Umtriebigkeit der Mittelfeldspieler ist Real relativ konteranfällig. Abräumer Casemiro räumt zwar das Gröbste weg für die Kreativspieler um ihn herum. Doch gerade wenn Kroos und Modric sich auf die Flügel bewegen, bietet sich die Chance, über die Räume im Zentrum zu kontern.

Auftritt Mohamed Salah: Liverpools Wunderstürmer (44 Saisontore) rückt häufig von seiner angestammten rechten Seite genau in diese Halbräume. Ohnehin ist Liverpools große Stärke, im Konter die einrückenden Außenstürmer zu bedienen. Diese erhalten wiederum Unterstützung von Edeltechniker Roberto Firmino. Der zentrale Stürmer bewegt sich häufig auf die Flügel. 

Liverpool könnte mit der eigenen Konterstärke genau die Schwachstellen Madrids anvisieren. Nicht umsonst hat Liverpool mit vierzig (!) Toren den Champions-League-Rekord geknackt.

4. Liverpools Außenverteidiger müssen über sich hinauswachsen

Liverpools Offensivpower geht zuweilen zulasten der Defensive. Seit die Champions League im aktuellen Modus ausgetragen wird, hat nie ein Finalist mehr Gegentore im laufenden Wettbewerb erhalten als Liverpool (18). Der Qualitätsunterschied zwischen Offensiv- und Defensivspielern ist hoch.

Gerade auf den Außenverteidiger-Positionen schwächelt Liverpool. Linksverteidiger Andrew Robertsons ist defensiv etwas stärker als Trent Alexander-Arnold auf der rechten Seite. Der 19jährige Rechtsverteidiger ist ein riesiges Talent mit großartiger Technik und einer guten Übersicht, hat seine Stärken aber eher in der Offensive. Ob er Reals Weltklasse-Mann Marcelo aufhalten kann? Alexander-Arnold wird über sich hinauswachsen müssen. Klopp wird seine Mittelfeldspieler anweisen, ihn so gut es geht zu unterstützen.

5. Comeback-Qualitäten

Klopp mahnte vor dem Spiel an, seine Mannschaft benötige eine »hohe Frustrationstoleranz«. Tatsächlich befindet sich Real nicht mehr auf dem Niveau vergangener Tage, wie der vierte Platz in der Primera Division beweist. Doch allein durch ihre Abgeklärtheit und ihre hohe individuelle Klasse bestrafen sie Fehler wie kein anderes Team auf der Welt. Einerseits schaffen sie es, sich scheinbar mühelos aus gegnerischem Druck zu befreien. Andererseits verwerten sie ihre Chancen schlicht besser als viele andere Teams – Bayern München kann davon ein Lied singen.

Klopps Truppe wird also in vielen Momenten hinterherlaufen müssen. Einerseits im Pressing, aber vielleicht auch beim Spielstand, wenn Real mit dem ersten guten Angriff in Führung geht. Hier den kühlen Kopf zu bewahren und nicht ins offene Messer zu laufen, dürfte die schwierigste Aufgabe für Klopps Spieler werden. Schon reifere Teams sind daran gescheitert – namentlich die Bayern, Juventus und Paris St. Germain. Klopps Team muss diesen Reifetest bestehen, um den Finalfluch ihres Trainers zu brechen.