So kann Frankfurt gegen Bayern das Wunder schaffen

Eintracht muss spielen wie vor der Kovac-Posse

3.  Nicht zu tief stehen
Gegen die übermächtigen Bayern folgen vielen Teams dem Impuls, im Zweifel lieber fünf Meter tiefer zu verteidigen. Genau darauf spekulieren die Bayern unter Heynckes. Es öffnen sich damit Räume für die eigenen Innenverteidiger. Deren Vorstöße ins Mittelfeld hat Heynckes zu einer gefährlichen Waffe umfunktioniert, die gerade gegen passive Gegner wirkt.

Verbarrikadiert man sich gegen die Bayern am eigenen Strafraum, spielt man ihnen damit nur in die Karten – und sei es nur dadurch, dass man mehr Ecken und Freistöße in gefährlichen Positionen zulässt. Deshalb ist es so wichtig, immer wieder nach vorne herauszurücken und die Bayern schon im Mittelfeld zu stellen. Können sie erst einmal den Ball laufen lassen, sind sie kaum mehr aufzuhalten.

4. Mut
Bislang beziehen sich alle Ratschläge für die Frankfurter auf die Defensive, schließlich treffen sie auf die übermächtigen Bayern. Nur ist dies ein schmaler Grat, auf dem man wandelt: Spielt man zu defensiv, verlässt man sich im Endeffekt darauf, dass die Defensive hält und man vorne irgendwie Glück hat. Die wenigsten Teams trauen sich, die eigenen Konter mit Wucht und vor allem zahlenmäßiger Überlegenheit auszuspielen.

Genau hiermit hatten die Bayern zuletzt große Schwierigkeiten. Die Absicherung im Gegenpressing ist nicht mehr auf dem hohen Niveau, wie sie 2013 oder 2014 war. Die Bayern vertrauen bei Kontern darauf, dass ihre starken Innenverteidiger den Gegner stoppen. In der Liga haben Teams wie Schalke (1:2), Leipzig (2:1) oder Stuttgart gezeigt, dass die Bayern ganz schön ins Schwimmen kommen, wenn der Gegner plötzlich mit vier oder fünf Mann den eigenen Konter ausspielt.

5. Eintracht muss spielen wie vor der Kovac-Posse
Defensiv kompakt verteidigen, Flügel absichern, aggressiv im Mittelfeld agieren und schnell kontern: Dass die Frankfurter all diese Facetten des Fußballspielens beherrschen, haben sie in dieser Saison bewiesen. Nur leider sind diese Stärken in den vergangenen Wochen verlorengegangen, nachdem der Wechsel von Kovac zu den Bayern publik wurde.

Wollen sie ihre kaum vorhandene Chance am Samstagabend nutzen, muss die Eintracht ihr altes Gesicht zeigen, nicht ihre neue, hässliche Fratze. Denn eine »Wettbewerbsverzerrung« vonseiten der Bayern wird es diesmal nicht geben.