So kann Frankfurt gegen Bayern das Wunder schaffen

Spielen wie früher

Der DFB kann den Pokal eigentlich schon vor dem Finale an Bayern München überreichen. Oder etwa nicht? Fünf Tipps, wie Frankfurt das Wunder schaffen kann.

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In Frankfurt wird dieser Tage viel über die Bayern geschimpft. Nicht nur, dass sie Erfolgscoach Niko Kovac abgeworben haben – sie haben auch noch Wettbewerbsverzerrung betrieben! Nur durch die Münchener 1:4-Niederlage gegen den VfB Stuttgart verpasste Frankfurt den siebten Rang und damit die Qualifikation zur Europa League.

Was die Frankfurter in dieser Rechnung vergessen: Nur vor zwei Wochen spielten die Frankfurter ebenfalls gegen eine Bayern-Mannschaft, die den Vorwurf »Wettbewerbsverzerrung« förmlich provozierte. Bei den Bayern standen mit Mertian Shabani, Franck Evina und Niklas Dorsch Spieler auf dem Rasen, von denen man noch nie etwas gehört hat (und von denen man so schnell wohl auch nichts mehr hören wird). Frankfurt verlor trotzdem 1:4. Am Ende fehlten diese Punkte im Vergleich mit dem VfB Stuttgart.

Daraus speist sich ein neues Problem: Wenn die Eintracht schon gegen Bayerns C-Elf untergeht – wie sollen sie dann das Pokalfinale gegen Bayerns beste Elf erfolgreich gestalten? Das Spiel heute ist Eintrachts letzte Chance, die Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden und doch noch die Europa League zu erreichen. Noch besteht Hoffnung. Wir wollen helfen und geben der Eintracht fünf Tipps, wie sie die Bayern schlagen können.

1. Das Mittelfeld blockieren
Die Rollen im Pokalfinale sind klar verteilt: Die Bayern werden auf Ballbesitz spielen, Frankfurt auf Konter lauern. Diese Ausgangslage ist den Bayern durchaus bekannt. Unter Jupp Heynckes haben sie ihre Aufteilung im Ballbesitzspiel perfektioniert: Zwei Verteidiger bauen in der ersten Linie das Spiel auf, das Mittelfeld sorgt für die Verbindung zwischen Defensive und Offensive, im Angriff wirbeln die Außenstürmer und die weit aufrückenden Außenverteidiger auf den Flügeln.

Der beste Weg, die Bayern zu stoppen: Man muss die Verbindungen im Mittelfeld kappen. Das gelang zuletzt dem VfB Stuttgart (gegen zugegebenermaßen desinteressierte Bayern). Sie blockierten mit einer Fünferreihe im Mittelfeld die Zuspielwege in die Spitze, gingen aggressiv gegen Münchens Doppelsechs vor. Kovac wird sich das Spiel genau angeschaut haben. Auch er dürfte auf ein 4-5-1 oder alternativ auf ein kompaktes 5-4-1 setzen.

2. Flügel doppeln
Es ist nichts Neues: Wer eine Chance gegen die Bayern haben will, muss deren Flügelstürmer stoppen. Während auf links Franck Ribery auch im hohen Alter Verteidigern die Beine verknotet, läuft auf rechts wahrscheinlich Thomas Müller auf. Gefahrenherd auf dieser Seite ist eher Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, der sich ständig in die Offensive einschaltet und mit seinen Flanken Robert Lewandowski bedient.

Da hilft nur der Klassiker: Münchens Außenstürmer doppeln. Gerade diese Disziplin beherrschen die Frankfurter eigentlich gut. Mit ihrem 5-4-1-System können sie die gesamte Breite des Feldes abdecken. Häufig isolieren sie die gegnerischen Außenstürmer in einem Dreieck aus Außenverteidiger, Außenstürmer und Innenverteidiger. Genau dies muss ihnen gegen die Bayern gelingen, damit deren Flügelangriffe ins Leere laufen.