So gewann Wales gegen Russland

»Watch out, Europe!«

Wales qualifiziert sich sensationell und verdient für das EM-Achtelfinale. Gegen Russland brillierten vor allem Gareth Bale, Joe Allen – und die Fans.

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Die walisischen Fans hatten in der zweiten Halbzeit eine Botschaft. Zur Melodie eines alten Beach-Boys-Klassikers sangen sie: »Watch out, Europe, we’re on our way back« (»Mach dich gefasst, Europa, wir sind auf dem Weg zurück«).

Ihr Verbleib in der Eurozone ist offen, der EM 2016 bleiben die Waliser aber erhalten. Sie qualifizierten sich mit einem hochverdienten 3:0-Sieg gegen Russland für das Achtelfinale.

Roman Neustädter auf der Bank

Gegner Russland blieb auch im dritten Turnierspiel eine einzige Enttäuschung, zwei Jahre vor der Heim-WM schied das Team mit nur einem Punkt aus. Ihr Trainer Leonid Slutski hatte vor dem Spiel gegen Wales gleich auf vier Positionen getauscht, unter anderem musste der Schalker Roman Neustädter auf die Bank.

Im kleinsten Stadion des Turniers in Toulouse machten die Fans aus Wales den Großteil der 33.000 Zuschauer aus. Sie trugen nicht nur rot, sondern auch gelb und grün – eine Reminiszenz an die Farben jener walisischen Mannschaft aus dem Jahr 1958, die sich als letzte des Landes für ein großes Turnier qualifiziert hatte.

»No Allen – no Party!«

Dazu sangen die Anhänger lautstark »Viva Gareth Bale« und trugen Shirts mit der Aufschrift »No Allen – no Party!«

Die beiden Hoffnungsträger sorgten nach nicht einmal einer Minute für den ersten gefährlichen Angriff: Joe Allen vom Liverpool FC setzte Real Madrids Bale auf der rechten Angriffsseite in Szene, der nach innen zog und Russlands Torwart mit einem satten Schuss zur ersten Parade zwang.

Genau das war die Schablone für das Spiel der Waliser: Sie konterten aus einer Fünferreihe heraus mit schnellen Pässen auf die Stürmer, die von außen hinter die letzte Reihe der Russen starten sollten.

Gekonnter Lupfer zum 1:0

In der elften Minute hatte das Konzept Erfolg: Allen nahm einen geblockten Ball direkt mit und passte ihn vorbei an vier russischen Verteidigern auf den durchstartenden Aaron Ramsey. Um solche Räume so genial-präzise auszunutzen wie Allen bedarf es sonst eines abgeschlossenen Ingenieurstudiums.

Ramsey vollendete mit einem gekonnten Lupfer zum 1:0.