So bescheuert wird das Fußballjahr 2018

»Ein Abstieg wäre eine absolute Tragödie«

September

Der neue holländische Nationaltrainer Peter Bosz schafft es mit seiner kompromisslos offensiven Art, die Quali für die EM 2020 zu verpatzen, noch bevor diese überhaupt angefangen hat. Peter Stöger wird als neuer Coach vorgestellt, löst den Vertrag aber nach wenigen Tagen auf: »Mit so einem unprofessionellen Merchandising-Team kann ich nicht arbeiten«, so Stöger. In Frankfurt kocht derweil der Streit der Eintracht mit der AfD hoch, nachdem mehrere Rechtsaußen-Politiker bei der SGE angefragt hatten, ob der Verein denn in naher Zukunft eine Totenkopfstandarte oder zumindest etwas Totenkofstandartenähnliches plane und wenn ja, wo man sich anmelden könne. Die folgende Empörung nutzt die AfD, um Jerome Boateng zu verunglimpfen.


Oktober

Ärger beim FC Bayern: Nachdem der neue Coach Thomas Tuchel die Buddha-Statuen auf dem Dach des Trainingszentrums als »abstoßend fett« bezeichnet hat, hängt der Haussegen schief. Immerhin ist so das Titelrennen das erste Mal seit langem spannend: Lange führt der vom DFB in die Liga beorderte KAS Eupen, wird dann aber Mitte Oktober vom FC Abu Dhabi abgefangen, bevor die Tabellenführung schließlich an den FC Bayern China geht. 

November

Läuft für RB Leipzig. In der Champions League halten sich die Sachsen gegen RB Salzburg, die neugegründeten RB Belgrad und das während der Gruppenphase aufgekaufte RB Barcelona schadlos, die Funktionäre des in RBUefa umbenannten Verbandes können nach einer gewissenhaften Prüfung keinerlei Gemauschel erkennen. Als allerdings in der englischen Premier League ein Plätzchen frei wird, zieht der Zirkus weiter, RB Leipzig muss fortan wieder als SSV Markranstädt in der Oberliga antreten. Die Anhänger tragen es mit Fassung: »Diese neun Jahre, in denen wir für hohe Gewinnmargen bei einem Getränke-Großkonzern sorgten, waren wirklich wunderschön. Wir bereuen nichts.« Der freigewordene Platz in der Bundesliga geht selbstredend an die chinesische U21-Nationalmannschaft. 

Dezember

Schwerer Schlag für die TSG Hoffenheim: Nach dem Verkaufsstart von Silvesterböllern in der Metropolregion Rhein-Neckar weigert sich Julian Nagelsmann, das Haus zu verlassen. Die anschließenden Trainingsdefizite sorgen dafür, dass die TSG auf einen Abstiegsplatz abrutscht. »Ein Abstieg wäre eine absolute Tragödie«, sagt niemand jemals. Um dem drohenden Kraich-GAU entgegenzuwirken, verpflichtet die TSG Sandro Wagner. »Jagut, ich bin zwar jetzt ein Jahr lang ohne Spielpraxis, aber ich werde der TSG sicherlich helfen können.«