So beeindruckte Messi gegen Manchester

Game of Messi

Das wiedererstarkte Manchester United hatte sich etwas vorgenommen im Camp Nou des FC Barcelona und spielte imponierend drauf los. Bis Lionel Messi tat, was Lionel Messi so tut. Was bald zu einem Problem für ganz Spanien werden könnte.

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Es kommt was zu auf die spanische Wirtschaft.

Denn es wäre nicht sonderlich verwunderlich, wenn sich die Arbeitnehmer des Landes demnächst an ihre Vorgesetzten wenden mit einem ganz speziellen Anliegen: dem nach Teilzeit.



Und sie hätten ja ein gutes Argument auf ihrer Seite. Ein 1,70 Meter kleines, 72 Kilogramm leichtes und doch schwerwiegendes Argument namens Lionel Messi. Der im Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United einmal mehr zeigte, dass es nicht darauf ankommt, wie oft man leistet, sondern was.

19 Minuten waren gerade einmal gespielt, da stand es bereits 2:0 für den FC Barcelona. Zwei Tore Messi. Was ein ordentlicher Witz war, denn den Gästen aus England gehörte die Anfangsphase. Und zehn Minuten lang sah es so aus, als könne das Camp Nou erneut zum magischen Ort werden für Ole Gunnar Solksjaer, den Trainer der »Red Devils«. Den Mann, der hier als Spieler »die Nacht seines Lebens« erlebte, am 26. Mai 1999, im Finale gegen Bayern München, als Hauptdarsteller bei der »Mutter aller Niederlagen«.

United am Boden



Denn zehn Minuten lang spielte nur eine Mannschaft - Manchester United. Und das mehr als ansehnlich. Die Kombinationen flossen wie ein seichter Fluss, nur, um bald zum Wasserfall zu werden, nur um in Richtung Tor von Marc-André ter Stegen zu drängen, als wäre der so dringend benötigte Auswärtssieg keine Frage des »Wie«, sondern nur des »Wann«.

Dann kam Messi.

19 Minuten, 2:0 für Barca.



Weil Messi, dieser Schleicher, genug gesehen hatte und zur Tat geschritten war. Weil er es wie immer hielt. Weil er die ersten zehn Minuten mal hier, mal dort auftauchte. Als wolle er nur eben die Bühne vermessen, die ja seine ist, und auf der er gleich zum großen Solo ansetzen würde. Ehe es soweit war. Ehe er explodierte. 



16. Spielminute: Messi kommt an den Ball, nichts schreit nach Gefahr. Dann spritzt der Rasen, da Messi genug gesehen hat und zum Sprint ansetzt. Ein verzweifelter Versuch noch von Ashley Young, diesem Wunder in die Parade zu fahren; Staub wirbelt auf, die vergangene Hoffnung einer Grätsche. Young bleibt danach geschlagen am Boden, als wäre er verletzt. Und wenn es nur sein Stolz ist, der getroffen wurde. Und Messi? Zieht von dannen. Ein Wackler, ein paar Meter Sprint noch, ein Tor. Wie auf dem Millimeterpapier gezogen, aus gut 18 Metern, mit dem linken Fuß in das Zentrum dessen, was als Toreck angesehen werden muss.