Smolarek verlässt Borussia Dortmund

Ebi wird Spanier

Was seit letztem Wochenende schon fast Gewissheit war, ist Freitag offiziell gemacht worden. Ebi Smolarek wechselt mit sofortiger Wirkung in die spanische Stadt Santander. Die Ablösesumme beträgt nach Medienberichten um die 4,5 Millionen Euro, von denen der BVB allerdings die Hälfte an Smolareks alten Club Feyenoord Rotterdam überweisen muss. Das war Teil der Vertragsmodalitäten bei seinem Wechsel in der Saison 2004/2005. Von seinem Förderer van Marwijk in der Winterpause 2004/2005 auf Leihbasis von Rotterdam nach Dortmund gelotst, war er zu Beginn als vorbereitender Außenstürmer im 4-3-3 gedacht und galt als nicht besonders treffsicher. Bereits bei seinem ersten Einsatz netzte der polnische Nationalstürmer ein und bewies auch in den folgenden zweieinhalb Spielzeiten sein Stürmerblut. Mit 22 Treffern in den letzten beiden Spielzeiten hinterlässt Ebi eine Lücke, die von seinen Stürmerkollegen nur schwer zu schließen sein wird.

Wohl lange im Gedächtnis wird sein Treffer zum alles entscheidenden 2:0 im Derby sein. Metzelders Schuss wurde zur Bogenlampe abgeblockt, der Ball fiel Ebi vor die Füße und der hämmerte ihn volley und unhaltbar ins lange Eck. Ein Tor für die Ewigkeit, das uns in kollektives Ausrasten und die Blauen in tiefe Verzweifelung trieb.

Apropos Derby: Hier noch eine nette Anekdote, die zeigt, dass ein Derby für ihn eine besondere Bedeutung hat. Als der Dortmunder Mannschaftsbus auf dem Hinweg zum Testspiel gegen Ajax Amsterdam seinen Geist aufgab, weigerte Ebi sich als ehemaliger Feyenoord-Spieler den angebotenen Bus des Erzrivalen zu benutzen. Ein sympathischer Unterschied zu Kickern, die nach einem Derby ein freudiges Trikottauschen mit dem Gegner praktizieren.

Darüber hinaus war Smolarek bei vielen Fans ein echter Publikumsliebling. Seine Art Fußball zu

kämpfen und auf dem Platz zu rackern, kam an und machte ihn sympathisch. Da verzieh man gerne seine etwas holprige Technik und auch so manch ausgelassene Großchance. Genau letzteres wurde ihm von Kritikern immer wieder vorgehalten und sorgte dafür, dass die Bandbreite der Wertschätzung bei den Fans von „Lieblingsspieler“ bis „Chancentod“ reichte. Er wäre allerdings nicht der erste Spieler, der den Verein verlässt und dem man später hinterher trauert. Spätestens, wenn Klimowicz und Valdez die Wartezeit auf das Comeback von Alex Frei nicht mit Toren überbrücken können, wird sich noch so mancher denken „Der Ebi hätte da jetzt die Bude gemacht“.

Der Wechsel an sich kommt überraschend und hat sich doch schon lange angekündigt. Mit einem Vertrag aus der Molsiriszeit ausgestattet, fühlte Ebi seine Leistungen spätestens im Laufe der letzten Saison nicht genug gewürdigt und sich im Vergleich zu seinem torlosen Stürmerkollegen Nelson Valdez deutlich unterbezahlt. Der BVB pochte jedoch auf den Vertrag und verweigerte vorerst eine Gehaltsanhebung. Im Sommer schien sich dies zu ändern. Es gab mehrere Gespräche mit Michael Zorc und man stand angeblich kurz vor einer Vertragsverlängerung. Bis, ja bis Smolarek eine Offerte von Racing Santander mit einem Jahresgehalt von angeblich 2 Millionen Euro erreichte - eine Summe, auf die man beim BVB anscheinend nicht eingehen wollte, so dass es zur endgültigen Trennung kam.

Neben Racing Santander und Feyenoord Rotterdam wird sich noch ein dritter Verein über Ebis Wechsel freuen. Gegen den VFL Wolfsburg konnte Smolarek in jedem Spiel einen Treffer beisteuern und ließ bei den Abwehrspielern aus der Autostadt Angstschweiß ausbrechen. Dort wird man jetzt so manchen erleichterten Stoßseufzer ausstoßen.

Uns bleibt nichts mehr zu sagen außer: Alles Gute Ebi und viel Erfolg in Spanien!