Setz einfach alles auf Bayer

Legaler Hundekampf

Leverkusen und Atletico wurden in vielen CL-Vorschauen als heiße Underdog-Kandidaten gehandelt. Einer von beiden scheidet schon in dieser Runde aus. Wer?

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Was alle wissen: Atletico Madrid spielt mitreißenden Fußball. Diego Simeone konnte mit seiner Art, Fußball spielen zu lassen, viele Herzen erobern. Was ebenfalls alle wissen: Bayer Leverkusen konnte Anfang der Saison begeistern, hat unter Roger Schmidt mit hohem Aufwand die Partien bestritten. Außerdem beiden Teams gemein: dass sie nicht in der Lage sind, Gehälter und Transfersummen auf Real-und-Bayern-Niveau zu zahlen. Dass sie stattdessen auf Disziplin und taktischen Einfallsreichtum setzen müssen, auf Raffinesse und Schlingelei.

Diego Simeone und Roger Schmidt sind die Darlings aller Taktikfans dieser Welt, die bei der Erwähnung dieser Namen kollektiv mit den Zungen schnalzen. Wir natürlich auch. Wir springen voll auf den fahrenden Zug auf und erachten hoch gestaffelte Außenverteidiger, falsche Neun und aggressives Gegenpressing als puren Sex. Dumm nur, dass wir keinen Schimmer von dem ganzen Zeug haben. (Eben wie bei Sex? Alle Achtung, Punkt für dich.) Wie dem auch sei: Nach zwei Kaffee fühlen wir uns kräftig genug, dir in unserer Vorschau-Analyse ein paar hochwichtige Fragen zu beantworten, die für den Ausgang des Champions-League-Spiels relevant sind:


Falsche Neun, hmm... gut.... also, Kießling spielt, oder?
Gute, wichtige Frage. Laut kicker.de ist er nicht dabei, stattdessen Drmic mit Calhanoglu, Son und Bellarabi, mit denen man das innovative, flexible 4-4-2/4-2-4 oder 4-2-2-2 spielen kann, das Leverkusen unter Roger Schmidt so unverkennbar zu seinem eigenen Stil gebrandet hat.

Flexibles 4-2-2-2? Passt auf, ich habe hier 50 Euro, die ich nachher im Wedding im »Casino 777« setzen kann. Sagt mir nur, ob Leverkusen oder Atletico...
Keine einfache Frage. Vor allem, wenn man bedenkt, dass zu Leverkusens systemischer Interpretation äußerst hohe horizontale Kompaktheit und Zentrumskontrolle gegen den Ball gehören. Atletico Madrid hingegen hat es sich zur Aufgabe gemacht, immer wieder auffällig das Feld zu verengen. Koke – nominell Linksaußen – rückt immer wieder weit ins Zentrum. Klar: ein inverser Spieler.