Serie A sperrt Spieler wegen Gotteslästerung

Der Christ(iano) Rolando

Mit was verbindet man die Serie A? Manipulation, Skandale, Catenaccio. Achja, und gottesfürchtige Fußballspieler! Ein solcher wird jetzt für ein Spiel beurlaubt, da er die Mutter Gottes in den Schmutz zog.

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Rolando Mandragora hat die Frömmigkeit des italienischen Fußballverbandes am eigenen Leib erfahren. Er wird, nachdem er es gewagt hat die Jungfrau Maria zu beleidigen, für ein Spiel in der Liga gesperrt. Kurioserweise wurde der 21-Jährige von Udinese Calcio nicht auf frischer Tat ertappt und mit einer roten Karte vom Platz geschickt. Nein, der Verband bestraft ihn nachträglich. Denn seit 2010 ist es in der Serie A möglich, Spieler nachträglich per Lippenlesen der Blasphemie zu überführen und zu suspendieren.

»Porca Madonna, Vaffanculo, Dio Cane« lassen wir an dieser Stelle unübersetzt. Nur so viel: Es kommen die Wörter »Schwein«, »Hund« und »Gott« vor.

Die »Beleidigung« von Mandragora galt zudem nicht einmal einem Gegenspieler oder dem Schiedsrichter. Er echauffierte sich nur über die Glanzparade des gegnerischen Torhüters Emilio Audero.

Zum Vergleich: In Spanien beleidigte einst Gonzalo Higuain die Mutter eines Linienrichters so laut, dass es in der Fernsehübertragung zu hören war. Von Strafe keine Spur.

11FREUNDE hat im Regelwerk der Bundesliga nachgeschaut. Gotteslästerung ist erlaubt, aber nicht erwünscht. Verboten ist sie nur, wenn Zlatan Ibrahimovic, Alex Meier oder Nicklas Bendtner auf dem Platz stehen. Dann zählt sie als Spielerbeleidigung.