Sein Outing könnte ihn das Leben kosten

Zeitungsartikel mit Fahndungsplakat

Wie gefährlich das Leben für Homosexuelle in Uganda ist, erlebte Patrick Mulyanti vor einigen Jahren, als sein damaliger Freund dort auf bestialische Weise getötet wurde. »Mich werden sie genau so umbringen wie ihn«, fürchtet er. »Die Polizei wird mich jagen und die gewöhnlichen Leute ebenfalls. Das Volk sieht Homosexualität als etwas Krankhaftes an. Sobald sie mich zu fassen bekommen, töten sie mich.« Einfach untertauchen? Unmöglich. Vor einiger Zeit berichtete eine große ungandische Tageszeitung in einem doppelseitigen Artikel über Mulyanti und sein Bekenntnis zur Homosexualität. Garniert war der Bericht mit einem Porträt, das aussah wie ein Fahndungsfoto.

Doch Patrick Mulyanti ist einer, der niemals aufgibt. Weder auf dem Platz, noch anderswo. Deshalb kämpft er verzweifelt um sein Leben und gegen die Abschiebung. Zahlreiche Wegbegleiter aus dem Fußball helfen ihm dabei. Sein derzeitiger Trainer Prince Etuwe appellierte sogar öffentlich an die schwedische Ausländerbehörde: »Es ist so traurig, dass Patrick keine Hilfe bekommt. Ich bin selbst aus Nigeria. Wenn man dort schwul ist, wandert man für 14 Jahre ins Gefängnis. Aber in Uganda töten sie dich auf der Stelle.«

Träume von Hetzjagden und leblosen Körpern

Dass Mulyantis Homosexualität nur eine Schutzbehauptung sein könnte, etwa um sich eine bessere Bleibe-Perspektive zu erschleichen, verweist Coach Etuwe ins Reich der Fabel: »Patrick ist offen schwul. Dann und wann erscheint er sogar in Begleitung seines Freundes beim Training. Die beiden wirken sehr glücklich.«

Doch das Glück ist bekanntlich zerbrechlich. Und sicher ist nur die Ungewissheit. Patrick Mulyanti traut sich derzeit nicht mal, an morgen zu denken. Er muss täglich mit der Nachricht von der Ausländerbehörde rechnen. Nachts träumt er von Flugzeugen, von wilden Hetzjagden und von leblosen Körpern, die an Bäumen hängen. »Ich weiß wirklich nicht, wie es mit mir weitergehen soll«, sagt er und fügt fast flehend hinzu: »Ich will hierbleiben, wie ein freier Mensch leben. Ich so geboren wie ich bin und habe nichts Unrechts getan. Ich will doch einfach nur wie ein normaler Bürger leben.«

Wie es aussieht, ist ihm das nicht vergönnt – weder in Uganda, noch in Schweden.