Sechs Dinge, die wir an Pep Guardiola vermissen werden

Supersuper devot

Jetzt ist er weg. Und wir sind wieder allein, allein. Doch werden wir Pep Guardiola vermissen? Wahrscheinlich schon.

imago

Ultimative Lobhudeleien
Kaum jemand entwertete das Spielerlob wie der Spanier, der phasenweise in alles und jeden in seinem Kader supersuperverliebt war. Sogar in Dante, der in der Folge zum VfL Wolfsburg abgeschoben wurde. Statistiker haben irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft Guardiola Mario Götze in den Himmel lobte – gespielt hat er dann doch nicht. Ein Lob von Pep war meist nicht viel mehr wert als die 1200 Moleküle Kohlenmonoxid, auf denen es in die Welt geblasen wurde. Und trotzdem klang es so herzzereißend wie ein Teenager-Liebesbrief. Geschrieben auf Didlmaus-Papier. Mit der Zahnspange. 

Seine Sprache
Hahaha, was haben wir gelacht, als Giovanni Trapattoni sich einst als Bayern-Trainer beim Versuch eines Interviews die Zunge zerrte. Das war eine Gaudi. Doch dann kam Pep und sein spanisch-englisch-nuschel-Kauderwelsch wurde von der ersten Pressekonferenz an lobend erwähnt – gar gehuldigt. Dass man die meiste Zeit jedoch nur in Teilen erahnen konnte, was einem der gute Mann da beibringen wollte, mochte sich keiner so recht eingestehen. Umso schöner ist unsere Foto-Sammlung von verduzten Gesichtern, die während eines Pep-Monologs immer dermaßen angestrengt gucken, als würde ihnen jemand seine Doktorarbeit zum Thema »Studien zum Wortschatz des Konfliktes im Althochdeutschen und Altsächsischen« vorlesen. Auf koreanisch.



Devote Journalisten
Manno, was haben sich alle geärgert, dass der Spanier keine Lust auf Einzelinterviews hatte. Dass Guardiola aber vielleicht einfach keinen Bock hatte, sich mit Leute zu unterhalten, die auf Pressekonferenzen ernsthaft nach Bierduschen, Anzughosen oder anderem Schwachsinn fragten, statt auf Augenhöhe mit ihm über Fußball diskutieren zu wollen, kam niemandem in den Sinn. Und gab es dann nach Abpfiff tatsächlich mal ein Gespräch mit Guardiola, verkam dieses schnell zu einer Wallfahrt. Handauflegen inklusive. Endgültiger Tiefpunkt war schließlich das Field-Interview nach dem verlorenen Champions-League-Halbfinale als ein Sky-Reporter Guardiola fragte: »Hätten sie gerne mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen?« Dass der Coach da nicht spontan eine Kettensäge aus der Hosentasche zauberte, war vielleicht seine größte Leistung.