Schluss mit der negativen HSV-Presse!

Keine Doppelbelastung!

Apropos Doppelbelastung: Paul Scharner hat sich unlängst mit Österreichs Trainer Marcel Koller übeworfen und wird in Zukunft nicht mehr für die österreichische Nationalmannschaft spielen. Ein feiner Zug vom HSV-Neuzugang, der sich so in Zukunft zu hundert Prozent auf den HSV konzentrieren kann.
 
Auch in seiner Verkaufspolitik hat der HSV ein feines Gespür bewiesen. Der Klub wurde den ewigen Querulanten Paolo Guerrero los. Vorige Woche wurde dieser wieder mal auffällig. Am Flughafen in San Jose (Costa Rica) riss er einen Mega-Gag. Er sagte dem Zöllner, dass sein Mitspieler John Galliquio Drogen dabei habe. Galliquio durfte daraufhin nicht mit der Mannschaft zurückreisen, sondern musste vor Ort ein mehrstündiges Gespräch über sich ergehen lassen. Guerrero sagte danach: »Ich habe meine Lektion gelernt.«

Auch in Sachen Einkauf macht dem HSV kaum jemand was vor. Zwischenzeitlich geisterten wieder mal Namen wie Dirk Kuijt oder Rafael van der Vaart durch die Presse. Doch was will man mit denen, wenn man Dinamo Zagrebs Milan Badelj verpflichten kann. Ein Super-Coup, auch wenn der Spieler erst im September kommen und sich dann vermutlich bis April eingewöhnen muss. Sein Nationalmannschaftskollege Ivo Ilicevic verrät schon jetzt: »Der kann alles mit dem Ball.« Ilicevic kann übrigens auch alles am Ball. Wenn man es genau nimmt, ist der Mann womöglich der spielerisch beste Mann beim HSV. Daher bekommt er auch immer wieder seine Einsatzzeiten. Das ist nur fair. Gegen den KSC durfte er fünf Minuten ran.

Bleibt die Kritik an den Testspielen. Und auch die ist, bei genauerem Hinsehen, vollkommen überzogen. Der HSV hat in der Sommerpause drei Turniere gewinnen können: Den Peace Cup in Südkorea, den Sparda-Bank-Cup in Flensburg und den Palma-City-Cup auf Mallorca. Zudem brillierte er in Spielen gegen eine Zillertal-Asuwahl (10:0) und den FC Nordsjælland (3:2 n.E.). Gegen den FC Barcelona verlor man nur knapp mit 1:2. Wir erinnern uns: Für Leverkusen setzte es vergangene Saison eine 1:7-Klatsche. Ach, Barcelona war nur mit einer C-Elf angetreten? Wirklich? Ganz ehrlich: Das ist ein mieses Gerücht!
 
Überall: Gewinnertypen. Trotz dieser großartigen Ausgangslage wenige Tage vor Saisonbeginn wird man es schwer haben, als HSV-Fan oder -Spieler über den Hamburger Jungfernstieg oder den Allermöher Deich zu flanieren. Wie das so ist in Hamburg: Überall lauern Spötter, Kritiker, Schwarzmaler. Man wird sie vermutlich mit den genannten Punkten nicht mundtot machen können. Vielleicht aber mit einen Blick auf den Kalender. Der HSV ist in drei Tagen seit exakt 49 Jahren erstklassig. Chapeau!