Schalke-Real: der Gegenspieler-Check

S04 haushoch überlegen!

Dass es für Schalke heute Abend schwierig wird, zeigt ein Blick auf die individuellen Duelle. Wer hat am Ende die Nase vorn?

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Gareth Bale gegen Christian Fuchs
Christian Fuchs ist bereits im vierten Jahr bei Schalke. Er wurde in der 76. Minute eingewechselt, als sich Real Madrid letztes Jahr an gleicher Stelle und zur gleichen Zeit an wehrlosen Schalkern schlimmer verging als ein Eisbär an Pinguinbabys. Eins zu sechs stand es im Achtelfinal-Hinspiel am Ende in der Veltins Arena. Nach Fuchs’ Einwechslung gelang Madrid zwar noch durch Ronaldo das sechste Tor, allerdings machte Klaas-Jan Huntelaar in der Schlussminute eine feine Bude, die keinen besänftigen konnte. Immerhin: Mit Fuchs schien die Wende zu kommen, Schalke spielte gegen Real quasi 1:1.Und Gareth Bale? Der kombinierte damals nach Lust und Laune, schoss zwei Tore, wurde aber nach 80 Minuten vom Platz genommen – kurz nachdem Fuchs das Feld betreten hatte. Zufall? Bale: »Ich wusste, dass es für mich vorbei war, als sie den Österreicher mit den langen Haaren brachten«, fantasieren wir uns in unseren Story-süchtigen Köpfen zusammen. Heute Abend wird Gigant Fuchs dem wieselflinken Bale wieder auf den Füßchen stehen. Wie geht es diesmal über ehrliche 90 Minuten aus?

Vorteil: Ganz klar bei Schalke. Offenbar stellt Christian Fuchs eine Hürde dar, die der Superstar aus Wales einfach nicht zu bewältigen weiß.

Karim Benzema gegen Benedikt Höwedes
Auch Benzema gelangen beim Spiel im Februar letztes Jahr zwei Tore. Sein Gegenspieler damals ist sein Gegenspieler heute: Benedikt Höwedes. Benni: Schlimm? Trauma? Höwedes kann sich nicht erinnern. »Haben wir da mit Schalke etwa auch Champions League gespielt? Sorry, alles vor dem 13. Juli 2014 ist irgendwie aus meinem Gedächtnis gelöscht. Hey! Wollen Sie mal meine Goldmedaille anfassen?« Karim Benzema ist extra motiviert, will heute vier Tore machen. Höwedes: »Soll er. 2016 gewinnen wir in Paris die EM. Ich mach dann hinten dicht.«

Vorteil: Schwierig. Madrid? Okay, wenn ihr meint. Benzema hat vom Viertelfinale gegen Deutschland noch eine Rechnung offen. Zen-Höwedes streichelt derweil noch einmal über das Fell der Trommel, die er von Campo Bahia mitbringen durfte, wissend, dass es größere Aufgaben gibt als sich mit S04 verprügeln zu lassen.

Cristiano Ronaldo gegen Atsuto Uchida
CR7: Fünf Tore im laufenden Champions-League-Wettbewerb. Eine Vorlage. In sechs Spielen 44 Torschüsse abgegeben. 82 Prozent Passquote. In der Liga 28 Treffer in 20 Spielen. Letztes Jahr ebenfalls zwei Tore in Gelsenkirchen, am Ende die Decima gewonnen und 17 Buden erzielt. Der Mann hat halt einen Lauf, und das seit circa 2002. Aber was weiß er über Atsuto Uchida? »Wer? Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen.« Ist CR7 zu arrogant, um sich mit seinen direkten Gegenspielern zu befassen? »Ja. In der Regel überlaufe ich sie einfach. Autogramme machen wir ja meistens nach Spielende, aber wenn der unbedingt schon vorher eins will...« Weiß Ronaldo nicht, dass Atsuto Uchida in seiner Heimat Japan bei den Kashima Antlers als Verteidiger drei Tore erzielt hat? »Noch einmal: wer?« Dass er seit 2010 bei Schalke immer so lala mitgemacht hat, genug, um nicht negativ aufzufallen? Der Levan Kobiashvili Japans? »Wie bitte?« Dass Uchida letztes Jahr beim Trauma-Kick im Februar nicht dabei war, gar nicht erst im Team stand? Dass er deswegen quasi unvorbelastet und angstfrei in die Partie geht? Ronaldo: »Melden Sie sich, wenn Sie andere Fragen haben.« Machen wir, CR7, machen wir.

Vorteil: Schalke. Ist nicht mal knapp. Atsuto Uchida ist eine verdammte Bank.