Schalke - Bochum 2:1

Das sah nach Arbeit aus

Schalke legte in einer ansehnlichen ersten Halbzeit gegen Bochum zwei Tore vor, verlor nach der Pause und dem schnellen Gegentreffer aber völlig den Faden. Imago Das „kleine“ Ruhrpottderby bot einen ansprechenden Start, denn Bochum versteckte sich keineswegs und suchte wie der Tabellenführer jede Möglichkeit, um im Angriff erste Akzente zu setzen. So hatte der VfL nach einem schönen Steilpass von Misimovic auf Gekas auch die erste Torchance der Partie, doch der Grieche bekam keinen Druck hinter den Ball, und der aus seinem Kasten gepreschte Torwart Neuer fing die Kugel ab (8.). S04 antwortete kurz darauf mit einem Flankenball des aufgerückten Pander, doch der Kopfstoß von Bajramovic landete in den Armen von Schlussmann Skov-Jensen (11.). Nach Trojans Distanzversuch (knapp vorbei) und einem zu harmlosen Lövenkrands-Drehschuss fing Schalke einen Befreiungsschlag im rechten Halbfeld ab. Halil Altintop leitete den Ball blitzschnell auf den durchgebrochenen Rafinha weiter, der Skov-Jensen mit einem Flachschuss aus halbrechter Position überraschte (19.). Die Gastgeber blieben in der Folgezeit zwingender und erhöhten folgerichtig auf 2:0. Ein weiter Abschlag von Neuer übersprang die VfL-Deckung, Lövenkrands hatte genau aufgepasst und nutzte die Unachtsamkeit der Gäste mit einem Flachschuss durch die Beine von Skov-Jensen (27.). Nach einer guten halben Stunde hatten die Bochumer zwar 4:0-Ecken herausgeholt, doch im Zentrum der S04-Defensive brannte nichts an. Beide Mannschaften hielten das Tempo weiterhin hoch, der finale Pass auf einen aussichtsreich postierten Offensivspieler gelang hingegen kaum. So blieb es bis zur Pause bei einem von Schalke kontrollierten Geschehen, in dem Bochum nicht mehr zu gefährlichen Gegenzügen kam.

Der Kombinationsfluss dahin

Dass sich die Bochumer längst nicht verabschiedet hatten, wurde spätestens vier Minuten nach dem Seitenwechsel klar. Misimovic hatte sich am linken Flügel davongestohlen, Gekas war schneller als Krstajic mit dem Kopf am Ball, und Neuer musste die Kugel aus dem Netz holen. Schalkes Spiel stockte, während der VfL nun das Gros der Zweikämpfe gewann. Ein 20-Meter-Schuss von Zdebel unterbrach allerdings erst in der 59. Minute die Zeit ohne interessante Torszenen, doch Neuer hatte keine Probleme. Die Hereinnahme von Lincoln zur Pause für Halil Altintop wirkte sich kaum inspirierend für das Spiel der Knappen aus, der Kombinationsfluss aus dem ersten Durchgang war dahin. Als sich in der 66. Minute jedoch Lövenkrands in den 16er schraubte und Butcher den Angreifer zu Boden riss, zeigte Schiri Gräfe sofort auf den Punkt. Butcher sah Rot, doch Kobiashvili scheiterte mit seinem schwach getretenen Strafstoß am aufmerksamen Skov-Jensen. Spielerisch blieb die Partie in der ersten halben Stunde der zweiten Halbzeit dennoch einiges schuldig. Daran änderten selbst die verunglückten Schussversuche von Pander, Kuranyi und Hamit Altintop wenig. Auch das Koller-Team hatte nach vorne keine zündenden Ideen. Kleine Ausnahme: Ein Drsek-Kopfball in die Arme von Neuer (83.). In den Schlussminuten verteidigten die Schalker vorwiegend den knappen Vorsprung, hatte noch eine gute Konterchance durch Kuranyi, der aber frei vor Skov-Jensen am Gästetorhüter scheiterte (87.).

Ein Arbeitssieg

In der Nachspielzeit gab es plötzlich noch zwei, drei brenzlige Szenen vor den Toren, doch Bechmann bekam nach einem Sturz im S04-16er keinen Elfer zugesprochen und als Kuranyi und Lincoln die letzten Chancen vor dem VfL-Tor versiebten, war auch der insgesamt enttäuschende zweiten Durchgang beendet. Das Gegentor hatte Schalke letztlich völlig aus dem Konzept gebracht, doch die zwei Treffer aus der ersten Hälfte reichten dem Tabellenführer zum Arbeitssieg.