Schalke besiegt Karlsruhe

Sie sind wieder wer

Die nach dem 0:0 gegen Bielefeld kritisierten Schalker antworten eindrucksvoll mit einem 3:0-Sieg beim KSC, dessen unbeherrschter Kapitän Maik Franz vom Platz fliegt. Kevin Kuranyi war der beste Mann auf dem Platz. Schalke besiegt KarlsruheImago Tage- und zum Teil auch wochenlang hatten Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller es vergeblich versucht herbeizureden, dass der FC Schalke 04 Klassefußball spielen könne und dass die Mannschaft um Kapitän Marcelo Bordon das Zeug zu einer Spitzenmannschaft habe. Gestern hatte das Reden ein Ende, es folgten Taten.

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Die Königsblauen traten erstmals in dieser Saison den Beweis für das ihnen bisher nur unterstellte Können an. Sie gewannen beim Karlsruher SC mit 3:0 und zeigten dabei eine beachtliche Leistung.

KSC wie eine Schülermannschaft


Im Karlsruher Wildpark konnten sich die Schalker Fans nur die Augen reiben. Das konnte eigentlich unmöglich ihre Mannschaft sein, die den KSC durcheinanderwirbelte, als spiele da eine Schülermannschaft. Fred Ruttens Schützlinge präsentierten vor allem in der Anfangsphase Klassefußball, als hätten sie die gesamte Saison nichts anderes getan. Da lief der Ball direkt und durchdacht durch die eigenen Reihen. Die Schalker agierten engagiert und druckvoll. Und ein Spielzug war schöner als der andere. Davon hatte Manager Andreas Müller geträumt, als er in der Serie der sieglosen Spiele immer wieder gesagt hatte: »Ich weiß, dass die Mannschaft großes Potenzial besitzt. Davon lasse ich mich nicht abbringen.«

Natürlich freute sich der Schalker Manager gestern nach dem Schlusspfiff darüber, dass seine Prophezeiungen erstmals in der laufenden Spielzeit Realität wurden. Und das vom Anpfiff an. Denn ehe die Gastgeber im Flutlicht des Wildparkstadions wussten, wie ihnen geschah, lagen sie nach 20 Minuten schon mit 0:2 in Rückstand.

Bordon besorgte die Führung

Marcelo Bordon war nach einer Viertelstunde der Schütze des Schalker Führungstores, nachdem ihm Kevin Kuranyi den Ball mit der Brust in den Lauf gelegt hatte. Der Torvorbereiter traf dann vier Minuten später auch selbst, als er nach einem Freistoß von Jefferson Farfan mit einem Kopfball erfolgreich war. Es war Kuranyis fünftes Saisontor.

Es waren tolle 20 Minuten, nach denen es auch schon 4:1 oder 5:2 für die Mannschaft von Trainer Fred Rutten hätte stehen können. Ja, der KSC hatte auch die eine oder andere Chance, die er aber in erster Linie Schalker Leichtsinn verdankte. Einmal traf Joshua Kennedy das leere Tor nicht, als Schalkes Keeper Manuel Neuer eine gewagte Rückgabe von Rafinha nicht unter Kontrolle bekam. Und als Neuer wenig später eine Flanke unterlief, musste Heiko Westermann auf der Linie klären.

Schalke dominant

Das waren zwar erwähnenswerte Szenen der Gastgeber, aber insgesamt zeigte der FC Schalke 04 ein dominantes Spiel. Direkt nach dem Wiederanpfiff hatten Kevin Kuranyi und seine Mitspieler die Chance, das Spiel endgültig zu entscheiden. Aber KSC-Torwart Markus Miller fischte einen Kopfball des Schalker Torjägers aus dem Winkel.

Der Frust der Unterlegenheit saß bei den Karlsruhern tief. Nach einem Foulspiel an ihm legte sich Kapitän Maik Franz schimpfend und wild gestikulierend mit Spielern und Betreuern auf der Schalker Bank an. Unsportlichkeit! So sah es Schiedsrichter Herbert Fandel und zeigte dem KSC-Abwehrspieler nach 54 Minuten erst die zweite Gelbe und dann die Rote Karte.

Jetzt war jede Menge Gift im Spiel, aber das beeindruckte die in Überzahl spielenden Schalker nicht. Sie warteten auf Chancen und nutzten sie. Jefferson Farfan erzielte nach 66 Minuten auf Flanke des besten Schalkers, Kevin Kuranyi, das 3:0, und damit war der erste Auswärtssieg in dieser Saison unter Dach und Fach.