Schalke – Bayern in der Spielanalyse

Königsblaue Disziplin

Weil der FC Bayern sich selber einschläferte, schaffte Schalke 04 ein Unentschieden gegen den großen Favoriten. Unser Taktikexpert sagt: Das war verdient!

imago

Pep Guardiola schickte seine Mannschaft in einem 4-4-2, bei dem Thomas Müller leicht versetzt hinter Robert Lewandowski im Sturm agierte, in die Partie. Jens Keller hingegen blieb dem Schalker Standardsystem 4-2-3-1 treu. Überraschenderweise verzichtete Keller zunächst auf Roman Neustädter und stellte Jan Kirchhoff im defensiven Mittelfeld neben Marco Höger auf. Neustädters Versetzung auf die Bank erwies sich schnell als Fehler: Der Rekordmeister dominierte das Spiel in der ersten Halbzeit vor allem in den ersten 35 Minuten. Dies lag vor allem daran, dass die Münchener immer wieder Räume zwischen den Schalker Viererketten fanden – und sie nutzte.

So boten sich die nominellen Flügelspieler Xherdan Shaqiri und Mario Götze häufig in den Halbräumen hinter den Schalker Sechsern an und suchten im Anschluss Pässe in die Schnittstellen der Viererkette.

Auch Rode, der den offensiveren Part der Münchener Doppelsechs innehatte, griff die Zone zwischen den königsblauen Verteidigern und Mittelfeldspielern mit einigen energischen Läufen an. Folgerichtig war der Neuzugang aus Frankfurt auch am Führungstreffer des FCB beteiligt, als er nach einem Doppelpass in den Strafraum eindringen konnte und Lewandowski bediente.

Keller zum Glücksgriff gezwungen

Als Keller nach der Verletzung Kirchhoffs Stammsechser Neustädter brachte, wurde der Bereich zwischen den Linien für die Bayern jedoch zur Sperrzone – Neustädter versteht es wie wenige andere Spieler, durch geschicktes Stellungsspiel das Spielfeldzentrum zu blockieren.

So wurden die Münchener dazu gezwungen, viel in die Breite zu spielen. Xabi Alonso ließ sich in Ballbesitz weit nach hinten fallen und agierte phasenweise zwischen den Innenverteidigern. So war der Spanier stets anspielbar – aber eben auch weit von den Offensivkräften entfernt.