Sächsischer Fußballverband verbietet Sponsor

Wieso wirbt der Verein für Nazi-Merchandising?

Wieso darf beim SV Bautzen ein Neonazi als Sponsor auf den Trikots eines Fußballvereins für seinen rechten Klamottenhandel werben? Der Verein äußert sich dazu nicht. Dafür hat jetzt der Sächsische Fußballverband (SFV) reagiert. Und dem Verein das Tragen der Trikots verboten. 

»Der SV Bautzen hat die Trikots ohne eine Genehmigung des Sponsors seitens des SFV gedruckt. Der Antrag auf Genehmigung wurde erst im Nachhinein eingereicht«, sagt Alexander Rabe, Pressesprecher beim SFV. »Die Entscheidung für das Verbot fiel daraufhin in der ersten Januarwoche.« Der SFV begründet die Ablehnung des Antrags mit den Regelungen zur Ausgestaltung der Spielkleidung.

Dort steht geschrieben: »Die Werbung darf nicht gegen die allgemein im Sport gültigen Grundsätze von Ethik und Moral verstoßen.« Und weiter: »Werbung für politische Gruppierungen und mit politischen Aussagen wird nicht gestattet.« Das Bewerben des Shops animiere Menschen zum Kauf der angebotenen Kleidung von rechten Marken. 

Der SV Bautzen schweigt

Das Tragen derartiger Kleidung und Werbung dafür widerspreche den Satzungen, der Moral und den Wertevorstellungen des deutschen Fußballs und seiner Vereine. Der Fall ist der erste seiner Art im sächsischen Fußball. Zwar habe der SFV, laut Rabe, in der Vergangenheit »ein paar Mal« bei Werbung für Wettanbieter oder Alkoholika ein Veto eingelegt, doch noch nie wegen neonazistischer Tendenzen. 

Ob der SV Bautzen in der Zwischenzeit mit der neuen Spielkleidung, die ja immerhin schon vor zwei Monaten präsentiert wurde, angetreten ist, ließ sich nicht klären. Das Resultat wäre ein Verfahren der Sportsgerichtbarkeit, so Rabe. Die Schiedsrichter sind angehalten, die SFV-Genehmigung für Trikotsponsoren zu kontrollieren. »Aber nicht bei jedem Spiel«, sagt Rabe. So könne das schon mal durchrutschen.

Der SV Bautzen schweigt weiter beharrlich zur Sache. Das Foto auf der Facebookseite ist jedoch nach wie vor abrufbar. Inklusive Nazimerch-Händler Markus Rose. Auf der Vereinswebsite erscheint unter der Sektion »Sponsoren« die Meldung: »Es ist nicht erlaubt diese Ressource einzusehen!« 

Wenn die ganzen Nazis nicht wären...

Die Motive für die Kooperation lassen sich dementsprechend nicht restlos aufklären. Der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens will sich laut »Sportbuzzer« Ende kommender Woche mit Vereinsverantwortlichen treffen, um vielleicht doch noch Licht ins Dunkel zu bringen. Dennoch ist es ein positives Zeichen, dass der SFV reagiert hat und keine Genehmigung erteilte. Völlig gleich, auf welcher Basis das Sponsoring zu Stande kam.

Währenddessen sponsort Rose hingegen mit seinem Shop weiterhin die jährlich stattfindende »Bautzener Boxnacht« des Nachbarvereins SV Post Germania Bautzen. Hier treten einschlägig bekannte Neonazis als Veranstalter und Kämpfer in Erscheinung.

Hach, könnte es schön sein in Bautzen. Wenn die ganzen Nazis nicht wären.