Rutten, Klopp, Jol und Labbadia

Die neuen Besen

Das Quartett Fred Rutten, Martin Jol, Jürgen Klopp und Bruno Labbadia könnte man, wenn man witzig sein wollte, die »Fantastischen Vier« nennen. Sie belegen mit ihren Klubs die ersten vier Plätze der Bundesliga-Tabelle. Rutten, Klopp, Jol und Labbadiaimago images
Mit den Fußball-Weisheiten ist das so eine Sache. Sonntag wurde Bastian Schweinsteiger im Strafraum gelegt und verwandelte selbst den Elfmeter. Dabei soll der Gefoulte doch nicht schießen. Rein statisisch bringen Trainerwechsel nicht den Erfolg, mit dem die Klubs rechnen. Vier Bundesligisten scheinen aber bislang alles richtig gemacht zu haben: Denn sie stehen mit ihren neuen Trainern auf den ersten vier Tabellenplätzen.

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Bei Schalke 04 folgte Fred Rutten auf Mike Büskens und Youri Mulder, die Mirko Slomka abgelöst hatten. Der Niederländer Rutten weckt bei den königsblauen Fanscharen Erinnerungen an Landsmann Huub Stevens. Mit dem holte Schalke den UEFA-Cup (1997) und war 2001 DFB-Pokalsieger und »Meister der Herzen«. Rutten soll jetzt dafür sorgen, dass der nächste Meistertitel nicht nur vier Minuten währt.

Der Liga-Start verlief vielversprechend. Schalke ist ungeschlagen Tabellenführer und steht da, wo die Bayern mit ihrem neuen Trainer Jürgen Klinsmann stehen wollten. Eine erste und teure Niederlage gab es für Rutten allerdings in der Champions-League-Qualifikation.
Martin Jol beim Hamburger SV

»So spielt Hamburg um den Meistertitel mit«


Beim Tabellenzweiten, dem Hamburger SV, spielt Huub Stevens ebenfalls eine Rolle. Auf den folgte in der Sommerpause Landsmann Martin Jol. Und mit Jol will der HSV, der im Januar 2007 im Abstiegskampf herumeierte, ganz oben angreifen. Stevens hatte die sportliche Basis gelegt und sich mit einem UEFA-Pokal-Platz verabschiedet. Jetzt haben die Hamburger als »Investitions-Meister« für 27,5 Millionen Euro Ablöse Mladen Petric, Alex Silva, Thiago Neves und Marcell Jansen eingekauft. »So spielt Hamburg um den Meistertitel mit«, ist sich Franz Beckenbauer sicher. Und der weiß ja bekanntlich fast alles. Bei Beckenbauers Bayern holte der HSV schon mal ein 2:2.

Auch bei Borussia Dortmund läuft es mit dem neuen Trainer Jürgen Klopp, dem Star der Truppe, bislang richtig gut. Vergangene Saison stand der BVB nach drei Spieltagen auf Platz 13 und hatte als Liga-Schießbude schon sieben Tore kassiert. Jetzt sind die Borussen Dritter, haben nur drei Gegentore, aber sieben Punkte und den besten Saisonstart seit 2001. Ausgerechnet die Innenverteidigung, letzte Saison das BVB-Sorgenkind, ist im Moment das Glanzstück. Jürgen Klopp setzt auf die 19-Jährigen Neven Subotic und Mats Hummels. Und beide zahlen den Vertrauensvorschuss mit starken Leistungen zurück.
Labbadia gibt Leverkusen Schwung

Beim Tabellenvierten Bayer Leverkusen mit dem neuen Trainer Bruno Labbadia ging der Saisonstart mit einer Heimniederlage daneben. Seitdem gab es aber zwei Siege mit attraktivem Offensivfußball von der zweitjüngsten Mannschaft der Liga. Und mit der will Bruno Labbadia, der aus der 2. Bundesliga ins Oberhaus gekommen ist, am Ende unbedingt einen UEFA-Pokal-Platz erreichen.