Rutten fordert Schalkes Spieler hart

Keiner kann sich drücken

Nach den ersten Trainingstagen mit dem neuen Trainer Fred Rutten dürften die Schalker Spieler ihre Knochen ganz schön spüren. Denn der Holländer steigt gleich voll in die Vorbereitungen ein. Ein Lagebericht. Rutten fordert Schalkes Spieler hartimago images
Am Donnerstag überprüfte er die Belastungen für seine Spieler, die entsprechende Bauchgurte trugen, auf einem Laptop am Spielfeldrand. Immer dann, wenn Rutten bei den verschiedenen Laufeinheiten etwas auffiel, eilte er zu Konditionstrainer Rouven Schirp, der die Elektronik betreute. Der Schalker Trainerstab kennt also den Fitnessstand jedes einzelnen Spielers sehr genau. Sich vor der einen oder anderen Belastung zu drücken, wie es früher einmal möglich war, fällt mittlerweile selbst den ausgefuchstesten Profis schwer.

[ad]

Jefferson Farfan, der Stürmer vom PSV Eindhoven, der mit Verspätung ins Schalker Training einstieg, dürften solche Trainingsmethoden direkt zum Vorbereitungsstart nicht unbekannt sein, denn der Stürmerstar spielte ja zuvor in Holland, und da gelten Fred Ruttens Methoden als vorbildhaft. Der neue Schalker Trainer mochte gestern die Verspätung von Farfan nicht weiter diskutieren. »Wichtig ist, dass er jetzt da ist und wir gemeinsam arbeiten können«, sagte Fred Rutten und wollte so das Thema Farfan dann auch umgehend abhaken. Er will all seine Profis möglichst schnell auf einen guten Leistungsstand bringen.

Ob des Trainers Wunsch von einem vorbildlichen Profi, »der es auch ertragen kann, wenn einmal ein anderer spielt«, in Schalke in Erfüllung geht, ist die Frage. Denn da gab es in der Vorsaison schon eine Menge Moppereien von denen, die eben mal zuschauen mussten. In dieser Saison dürfte der Konkurrenzkampf vor allem im Mittelfeld und im Sturm besonders hart werden, wenn alle fit sind.

Das haben sich Jones und Streit anders vorgestellt


Da jetzt auch klar ist, dass Orlando Engelaar zusätzlich kommt, dürfte es schwer werden, zwischen Abwehr und Sturm einen der drei Plätze zu bekommen. Geht man davon aus, dass diese von Engelaar, Fabian Ernst und Ivan Rakitic eingenommen werden, dann ist es sogar von besonderem Adel, noch einen Platz auf der Bank zu erwischen. Das haben sich Jermaine Jones und Albert Streit sicher anders vorgestellt. Und außerdem gibt es da ja auch noch Levan Kobiashvili und das Südamerika-Trio mit Gustavo Varela, Carlos Grossmüller und Ze Roberto. Drei aus zehn heißt hier das Spiel, wenn man Markus Heppke noch hinzunimmt.

Nicht viel besser sieht es für die drei Schalker Stürmer aus, die Ruttens System wohl vorsieht. Kevin Kuranyi gilt im Schalker Angriff als gesetzt. Und Jefferson Farfan, der zehn Millionen Euro kostete, ist mit Sicherheit nicht für die Bank geholt worden. Bleibt also nur noch ein freier Platz. Halil Altintop, Gerald Asamoah, Peter Lövenkrands, Vicente Sanchez und Sören Larsen, so er denn bleiben sollte, sind nach Lage der Dinge die, die um den letzten noch freien Platz im Sturm kämpfen.

In der Abwehr sind die Plätze nicht so umkämpft, aber zumindest ein prominentes Opfer wird der Konkurrenzkampf auch fordern. Rechts Rafinha und links Christian Pander heißt die fast alternativlose Flügelbesetzung. Für die zwei Plätze innen gibt es allerdings mit Marcelo Bordon, Mladen Krstajic und Heiko Westermann drei ernsthafte Bewerber. Die Jungkräfte Benedikt Höwedes und Carlos Zambrano schielen sicher auch noch auf den einen oder anderen Einsatz in der Saison.