Rückrundenvorschau 2016/17 (1/3)

Endlich wieder Darmstadt-Style

Hamburger SV

Bundesliga: Platz 16

DFB-Pokal: Achtelfinale

Transfers:

Zugänge: Mergim Mavraj (1.FC Köln), Kyriakos Papadopoulos (Bayer 04 Leverkusen, Leihe)

Abgänge: Cléber Reis (FC Santos)

Das ist außerdem neu:

Die Führungsetage: Vorstandschef Heribert Bruchhagen und der neue Sportdirektor Jens Todt übernehmen die beiden Jobs von Dietmar Beiersdorfer, der zum zweiten Mal in Hamburg seinen Hut nehmen musste. Auf dem Transfermarkt hielt sich der HSV bislang ganz Bruchhagen-typisch zurück, lediglich Mergim Mavraj holten die Verantwortlichen aus Köln, Kyriakos Papadopoulos wurde von Bayer Leverkusen ausgeliehen. Dem Vermögensberater von Klaus-Michael Kühne gefällt das.

11FREUNDE-Prognose: 

Tabellarisch hat sich nichts getan, seit Markus Gisdol vor dem sechsten Spieltag für Bruno Labbadia übernahm. Immerhin hat sich in Hamburg so etwas wie eine Spielkultur entwickelt, dank der man während der letzten vier Spieltage in 2016 drei Siege gegen Darmstadt, Augsburg und Schalke einfahren konnte – die ersten drei der Saison. Dank Gisdol, dessen Vertrag auf eigenen Wunsch nur bis zum Ende der Saison läuft, vermeidet der HSV die altbekannte Relegation und landet am Ende auf Platz 15. Daraufhin wird er zum Hamburger des Jahres gewählt. Seinen Vertrag möchte er aber trotzdem nicht verlängern.  

FC Ingolstadt

Bundesliga: Platz 17

DFB-Pokal: ausgeschieden (2. Runde)

Transfers:

Zugänge: –

Abgänge: Hauke Wahl (1. FC Heidenheim, Leihe)

Das ist außerdem neu:

Versteckspiele! Wie Hoffenheim und Köln blieb Ingolstadt während der Winterpause zu Hause, ein geplantes Trainingslager war kurzfristig nicht realisierbar. Getestet wurde trotzdem, gegen Fürth und Nürnberg aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Was versucht Maik Walpurgis zu verstecken? Tobias Levels als Mittelstürmer? Die neue Frisur von Dario Lezcano? Was es auch ist, es verspricht Erfolg: Nach 0:2 Rückstand drehte man die Partie gegen Fürth in ein 4:2, gegen Nürnberg gab es immerhin ein torloses Unentschieden. Ob wir uns auf weitere Überraschungen gefasst machen müssen, weiß die... 

11FREUNDE-Prognose: 

Nach zehn Spieltagen hatte der FCI ganze zwei Zähler – kein Bundesligist konnte danach jemals die Klasse halten. Dank Maik Walpurgis, der Markus Kauczinski als Trainer ersetzte, haben sich die Schanzer mittlerweile auf zwölf Punkte verbessert, fügten unter anderem dem »Überraschungs«-Zweiten aus Leipzig die erste Saisonniederlage zu und brachten wieder die Tugenden auf den Platz, für die der Verein bekannt ist: eine starke Defensive und lange Bälle. Trotzdem: Walpurgis’ Mission bleibt impossible, als 17. steigt Ingolstadt nach zwei Bundesligajahren wieder ab.

SV Darmstadt 98

Bundesliga: Platz 18

DFB-Pokal: ausgeschieden (2. Runde)

Transfers:

Zugänge: Sidney Sam (FC Schalke 04, Leihe)

Abgänge: –

Das ist außerdem neu:

Der Trainer und die wiedergefundene Mentalität. Die Lilien verpflichteten Torsten Frings als Chefcoach, dessen Unterarm schon vorsorglich das Vereinssymbol in Form eines Tattoos schmückt. Mit Frings kamen Wille, Kampf und Leidenschaft zurück nach Darmstadt, die Vorgänger Norbert Meier dem Team fast schon abgewöhnt hatte. Was kann man im neuen Jahr also von 98 erwarten? Frings würde wohl sagen: »Am besten grätschen wir sie schon vor der Hymne weg.« Darmstadt-Style, endlich wieder. Peter Niemeyer freut sich schon.

11FREUNDE-Prognose:

Trotz allem: Was letzte Saison das schönste wahre Märchen der Bundesliga war, wird sich dieses Jahr nicht wiederholen. Die Qualität des Kaders reicht einfach nicht und ohne den »mit Abstand besten deutschen Stürmer« Sandro Wagner, der mittlerweile in Hoffenheim zlatanisiert, schießt Darmstadt auch keine Tore. Außer vielleicht durch abgerutschte Flanken wie beim 1:0 gegen Frankfurt am zweiten Spieltag. Unter Frings wird zu den momentan acht Punkten zwar noch der eine oder andere hinzukommen, für den Klassenerhalt reicht es dennoch nicht. Als 18. steigen die Lilien in die zweite Liga ab, wo sie sich mit Frings neu aufstellen und selbstverständlich 2017/2018 den Wiederaufstieg anpeilen. Diesmal ohne Märchen.