Rückrundenvorschau 2016/17 (1/3)

Die Sorgenkinder der Bundesliga

Der King ist back, die Lilien grätschen wieder und Ingolstadt versteckt sich. Die 11FREUNDE-Rückrundenvorschau weiß trotzdem Bescheid. Heute: die Sorgenkinder.

imago

VfL Wolfsburg

Bundesliga: Platz 13

DFB-Pokal: Achtelfinale

Transfers:

Es kamen: Victor Osimhen (Ultimate Strikers Academy), Paul-Georges Ntep (Stade Rennes), Riechedly Bazoer (Ajax Amsterdam), Yunus Malli (FSV Mainz 05)

Es gingen: Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Carlos Ascues (FBC Melgar, Leihe)

Das ist außerdem neu:

Gleich vier neue Spieler: Klingt fast, als wäre Felix Magath zurück, mit dem feinen Unterschied, dass alle Transfers durchaus Potential haben und man die Namen zumindest theoretisch schon mal gehört haben könnte. Die 45 Millionen Euro Ablöse, die PSG für Julian Draxler abdrückte, wollten ja auch investiert werden. A pro pos Draxler, ebenfalls neu beim VfL: das Miteinander. Nachdem der chronische Problemfaktor endlich seinen mühsam forcierten Wechsel bekam, rückt die Mannschaft um Trainer Valerien Ismael zusammen. Ob’s was bringt?

11FREUNDE-Prognose: 

Jein. Wolfsburg wird auch in der Rückrunde nicht zum großen Wurf ausholen. »Wir beschäftigen uns momentan sehr viel miteinander«, so Ismael. Vielleicht sollten sich die Wölfe eher mit dem Fußballspielen beschäftigen, schließlich steht man punktgleich mit Gladbach und Bremen drei Zähler vor dem Relegationsplatz, und das letzte Testspiel gegen den Zweitliga-Vorletzten Aue endete 0:0. Absteigen wird der VfL aber auch nicht. Außer es kommt raus, dass Klaus Allofs sich seinen Koi-Teich im Garten auf Vereinskosten beheizen ließ und man Insolvenz anmelden muss, weil VW wegen der Strafzahlungen in den USA keine Rücklagen mehr hat. Solange das nicht der Fall ist, landet Wolfsburg auf Platz 14.


Borussia Mönchengladbach

Bundesliga: Platz 14

DFB-Pokal: Achtelfinale

Transfers:

Es kamen: Timothée Kolodziejczak (FC Sevilla), Julio Villalba (Cerro Porteño)

Es gingen: Álvaro Domínguez (Karriereende), Julio Villalba (Cerro Porteño, Leihe)

Das ist außerdem neu:

The King is back! Dieter Hecking übernimmt in Gladbach. Vom anfänglichen Optimismus ist seit den letzten Testspielen aber nichts mehr übrig, beim Telekom-Cup in Düsseldorf setzte es Pleiten gegen Mainz und Gastgeber Fortuna. Die Leistung beim 0:2 gegen den Zweitligisten bezeichnete Manager Max Eberl als »unter aller Sau« - wackliger als bei Vorgänger André Schubert wird Heckings Trainerstuhl trotzdem nicht sein. Dann wäre er auch kein Stuhl mehr, sondern eine Rodeo-Maschine.


11FREUNDE-Prognose: 

Gladbachs Startransfer heißt Timothée Kolodziejczak. Ko-lo-dziej-czak. Während wir uns schon auf die Aussprech-Versuche von einem Lothar Matthäus, Fritz von Thurn und Taxis und Konsorten freuen, fragt sich der geneigte Borrussia-Fan: Wieso? Die Defensive ist diese Saison für Gladbacher Verhältnisse nicht außergewöhnlich schlecht, tatsächlich haben die Fohlen nach 16 Spielen weniger Tore kassiert, als letztes Jahr. Vorne hapert es allerdings gewaltig: 15 statt 31 Treffer. Wir glauben: King Hecking bringt Raffael, Stindl und Co. wieder auf Trab und macht’s wie 2013 mit Wolfsburg, die er sogar auf dem 15. Platz übernahm. Am Ende stand Rang 10.


Werder Bremen

Bundesliga: Platz 15

DFB-Pokal: ausgeschieden (1. Runde)


Transfers:

Zugänge: Thomas Delaney (FC Kopenhagen)

Abgänge: Fallou Diagne (FC Metz, Leihe), Lukas Fröde (Würzburger Kickers), Lennart Thy (FC St. Pauli, Leihe)


Das ist außerdem neu:

Nein, ehrlich: Vieles hat sich bei Werder nicht getan, den personellen Erdrutsch mit der Werder-typischen Nase Stallgeruch gab es schon vor der Winterpause. Und auch Max Kruse macht weiter sein Ding. Um vier Uhr morgens fetzte er seinen Sportwagen auf der Autobahn in die Leitplanke. Neu an der Geschichte: Der Verein bestrafte den Stürmer nicht. Geschäftsführer Frank Baumann kündigte aber an, dass Kruse etwas für die Mannschaft springen lassen muss – ein Pokerturnier vielleicht? Hoffentlich lässt niemand was im Taxi liegen. 

11FREUNDE-Prognose: 

Was Hoffnung macht: Bremen ist seit fünf Bundesligaspielen ungeschlagen. Was die Hoffnung zunichte macht: Mit 34 Gegentreffern ist der SVW fast schon traditionell die defensivschwächste Mannschaft der Liga. Immerhin: In drei Testspielen gab es nur vier Gegentore und eine Niederlage (bei zwei Unentschieden). Den Masochismus der Werder-Fans wird auch die Rückrunde befriedigen, trotz zwischenzeitlicher Offensiv-Highlights durch Serge Gnabry, Kruse und natürlich Claudio Pizarro. Am Ende landet Werder in der letztes Jahr noch knapp vermiedenen Relegation, wo Pizarro mit einem Doppelpack in der Schlussphase im Nordderby gegen Hannover den Klassenerhalt sichert. Mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Nachdem er das ganze Spiel abgetaucht war. Woraufhin sein Vertrag unbefristet verlängert wird. Geiler Typ. Alexander Nouri muss trotzdem gehen. Und Werder verpflichtet Mladen Krstajic – Stallgeruch eben.