Ron-Robert Zieler beim VfB

Mr. Eigentlich-Zuverlässig

In Stuttgart läuten die Alarmglocken. Zurecht: die Abwehr schwach, der Angriff desolat. Tayfun Korkut muss sich auf seinen Torwart verlassen. Denn obwohl auch er ungewöhnlich wackelt, ist Ron-Robert Zieler bislang der beste VfB-Spieler der Saison.

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Der Saisonstart verlief für den VfB Stuttgart alles andere als nach Plan. Fünf Spiele, kein Sieg, nur zwei Punkte. Trainer Tayfun Korkut, der schon bei seinem Amtsantritt Ende Januar von vielen angezählt wurde, seine Kritiker dann aber mit überragenden Leistungen verstummen ließ, gehen langsam Argumente und Kredit aus.

Immerhin kennt der Trainer sich dementsprechend schon mit Drucksituationen in Stuttgart aus. Einer seiner frühen Fürsprecher war damals Ron-Robert Zieler. Der Torwart hatte unter Korkut schon in Hannover gespielt, bezeichnete ihn als »guten Trainer« und verteidigte ihn gegenüber manchen Fans, die unkten, Korkut sei der einzige Coach gewesen, der überhaupt zum VfB gewollt habe.

Dass Zieler und Korkut nochmal in Deutschland zusammenarbeiten würden, war zumindest in Zielers Karriereplanung so eigentlich nicht vorgesehen. Auf jeden Fall nicht so schnell.

»Nichts vormachen oder rumeiern«

Bis zum Abstieg von Hannover 96 im Mai 2016 ging es für Zieler nämlich eigentlich nur bergauf. Als der feststand, verkündete der gebürtige Kölner seinen Abschied nach 185 Spielen für 96. Er wolle den Fans »nichts vormachen oder rumeiern – sondern ehrlich sein.« Ehrlich war, dass die zweite Liga für einen Torwart seiner Klasse, für einen 2014er Weltmeister, wenn auch ohne Einsatz, für Hannovers wahrscheinlich Spieler dieser Saison keine Option ist. Zieler wechselte stattdessen zum amtierenden Premier-League-Champion Leicester City. 

Vor seinem Wechsel in die Premier League sagte Zieler, er habe bereits gezeigt, dass er im Ausland zurechtkomme. Von 2005 bis 2010 bei Manchester United nämlich, wo er deutscher U-Nationalspieler und U-19-Europameister 2008 wurde. Das zweite England-Abenteuer hingegen verlief weniger erfolgreich, bei 53 Spielen lief er nur neun Mal für die »Foxes« auf. Vom Weltmeister zum Absteiger zum Ersatzmann in drei Jahren. Viel steiler nach unten hätte der erste Knick in einer Karriere nicht verlaufen können.