Roman Neustädters Elf des Turniers

Modric und Kanté - das war nicht mehr normal

Courtois oder Lloris? Vierer- oder Dreierkette? Ein Engländer oder ein Belgier? Unser Kolumnist Roman Neustädter kürt seine Elf des Turniers

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Tor: Thibaut Courtois
Er hat eine hervorragende WM gespielt, tolle Reaktionen gezeigt und seinen Vorderleuten Sicherheit gegeben. Generell haben wir bei diesem Turnier keine Weiterentwicklung des Torwartspiels wie noch bei Manuel Neuer 2014 gesehen. Aber das gilt allgemein für die WM: Bis auf das Umschaltspiel gab es nicht allzu viele Revolutionen.

Viererkette

Rechts: Thomas Meunier
Ich sehe ihn noch einen Tick vor meinem Kollegen Mario Fernandes von Russland, weil er sowohl defensiv als auch offensiv überragend seine Qualitäten eingebracht hat. Er hat hinten beispielsweise gegen Neymar nichts anbrennen lassen und vorne sowohl Tore geschossen als auch vorbereitet. Belgiens »Unsung hero«!

Mitte: Raphael Varane und Samuel Umtiti
Hier muss ich die Verteidigung des Weltmeisters nennen. Wenn die Gegner auch mal bis in die letzte Reihe vorgedrungen sind, so war doch spätestens bei Varane und Umtiti Schluss. Sie sind zurzeit die besten Verteidiger, im Kopfball defensiv wie offensiv stark und mit überragendem Zweikampfverhalten.

Links: Jan Vertonghen
Ich lasse mit Vierer- statt Dreierkette spielen, deswegen würde ich Vertonghen in meiner Elf auf außen ziehen. Er ist im Spiel der Belgier gegen Brasilien auch dorthin gerückt, als die Mannschaft nach einer Verletzung umgestellt hat. Vertonghen hat dadurch seine Variabilität unter Beweis gestellt und überall konstant seine Leistung gebracht.

Mittelfeld

Sechser: N’golo Kanté
An ihm führt kein Weg vorbei. Es ist nicht normal, wie viel er läuft, wie viele Bälle er abräumt. So etwas habe ich auch in meiner Karriere noch nicht gesehen. Im Finale musste er wegen der Gelben Karte eher raus, aber ansonsten war er unantastbar. Er weiß auch, wie man einfache Bälle spielt und wann es richtig ist, den Ball mit seiner Schnelligkeit nach vorne zu treiben. Frankreich war auch wegen ihm im Umschaltspiel brutal gut.

Achter: Luka Modric
Da gibt es keine Diskussion, er wurde hochverdient zum Spieler des Turniers gewählt. Modric wäre auch in meiner Elf der Kapitän. Er ackert und rennt für die Mannschaft, lässt seine Nebenleute besser aussehen. Im Finale wurde wieder einmal deutlich: Wenn die anderen nicht weiterwissen: Bleibt ruhig und spielt den Ball zu Modric.