Riesenkrach bei Manchester City

»Wenn Guardiola Krieg will, kann er ihn haben«

In Barcelona jagte er Yaya Touré einst vom Hof. Seit sie bei City wieder vereint sind, liefern sich dessen Berater und Pep eine Schlammschlacht. Die Chronik einer Feindschaft.

imago

Alles beginnt im Juli 2008. Der FC Barcelona hat gerade den Nachfolger zum langjährigen Trainer Frank Rijkaard präsentiert. Der neue Mann auf der Bank ist Pep Guardiola. Der erstmal kräftig aufräumt. Er verbannt Ronaldinho und Deco, dem verdienten Mittelfeldmotor Yaya Touré setzt er den damals 20-jährigen Sergio Busquets vor die Nase. Grund: Der Ivorer sei ein »Diesel-Spieler«. Startet langsam, ist dann aber nicht mehr aufzuhalten. Anders formuliert: Touré ist ungeeignet für Guardiolas Spielidee. 

Dennoch steht das Mittelfeld-Schlachtross ein knappes Jahr später in der Startelf des Champions-League-Finales gegen Manchester United. Dort gibt er jedoch nur die Aushilfe in der Innenverteidigung. Vor ihm, auf seiner angestammter Position im defensiven Mittelfeld, läuft Sergio Busquets auf. 

Der spielt sich in den folgenden Monaten im Mittelfeld von Barcelona fest, Touré ist zunächst mehr und mehr, dann völlig abgemeldet. In einer französischen Radiosendung erinnert sich der Geschasste: »Guardiola hat mich ignoriert. Hätte er mit mir geredet, wäre ich in Barcelona geblieben. Ich wollte nicht weg, sondern meine Karriere dort beenden.« Seither überlässt Touré das Reden seinem Berater Dimitri Seluk.

Als zum Jahreswechsel 2009/10 die ersten Transfergerüchte (aus Richtung Manchester City) aufkommen, ist er es, der poltert: »Wenn die ein Angebot machen, wirken sie nicht wie ein reicher Club, sondern wie einer, der bankrott ist!« Ein halbes Jahr später steht der Wechsel nach Manchester fest, Touré wird dort zum Top-Verdiener. Er kassiert rund 15 Millionen Euro pro Jahr.

»Mein Großvater könnte mit Barcelona die Champions League gewinnen«

In Manchester etabliert sich Touré als Fixpunkt im Team. »An guten Tagen donnert er in großen Schritten allen davon. Staunende, sich mitunter auch am Boden windende Gegner säumen seinen Weg«, beobachtet die »Süddeutschen Zeitung«.

Derweil bemuttert Berater Seluk weiter seinen Schützling. Überliefert ist die Geschichte, wie die Klubvorderen zum Gewinn der Premier League im Mai 2014 eine 100-Kilo-Torte bestellen (hört, hört!) und sich gemeinsam mit den Spielern die Bäuche vollschlagen. Touré hat am selben Tag Geburtstag. Aber: »Niemand schüttelte seine Hand«, sagt Seluk im britischen »Telegraph« und diagnostiziert umgehend: »Das zeigt, wie wenig sie ihn hier wertschätzen!«

Zu Beginn des Jahres 2016 mehren sich die Meldungen, Guardiola könnte den FC Bayern verlassen, um Manchester City zu trainieren. Da schwant dem Berater Böses. Er wagt einen vorsichtigen Angriff, indem er verkündet, sein eigener Großvater könne mit Vereinen wie Barcelona oder Bayern die Champions League gewinnen. Der erste Schuss vor den Bug.