Regionalliga fürchtet Finanznot

16 und 4

Der Darmstädter Uwe Wiesinger spricht offen aus, was auch seine Kollegen fordern: An den TV-Geldern darf nicht gerüttelt werden. Die in Zukunft eingleisige Regionalliga steht noch auf wackligen Beinen. Imago Zunächst die Faktenlage: Auf dem Bundestag des DFB Mitte September haben die Herren aus der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise die Umstrukturierung des Fußballunterbaus beschlossen. Ab der Saison 2008/09 wird die lang geplante eingleisige dritte Liga endlich ihren Spielbetrieb aufnehmen. Für die bislang namenlose und mit „16 + 4“ umschriebene Liga können sich Vereine qualifizieren, die in der kommenden Regionalligasaison Nord plus Süd auf den Rängen drei bis zehn landen, dazu die vier Absteiger aus der Zweiten Liga und maximal vier zweite Mannschaften der Profiklubs.

Nun die Probleme: Wie sooft hängt die Planung von den Finanzen ab. Für den DFB, der sich noch nicht endgültig festgelegt hat, ist es anscheinend noch zu früh, die brisanten Details zu klären. Die Vereine treibt jedoch verständlicherweise schon jetzt die Frage um: Auf welcher finanzieller Basis sollen wir in der neuen Liga bestehen? Uwe Wiesinger von Darmstadt 98, Sprecher der Regionalliga Süd und Mitglied der Kommission zur Reform der Regionalliga betont: „Eine neue Spielklasse auf diesem Niveau macht nur mit einer entsprechenden finanziellen Ausstattung für die Vereine Sinn. Dies stand von Anfang an ganz oben auf unserem Forderungskatalog.“

Unbekannte Zahlen

Das gewohnte Antlitz der Regionalliga lässt sich in Zukunft nicht mehr wahren, so der Grundtenor. Viele Klubs bangen um ihre Konkurrenzfähigkeit, da die fixen Einnahmen, sprich die TV-Erlöse, mit aktuell 364 860 Euro pro Klub zu gering seien, um nach der Umstrukturierung gesund wirtschaften zu können. Insgesamt erhalten die aktuell 37 Regionalligisten 13,5 Millionen Euro aus dem Gesamtvertrag mit der ARD und ZDF. Wiesinger will unbedingt verhindern, dass diese Summe den zukünftigen 20 Klubs nur noch zum Teil zur Verfügung stehen wird: „Wenn die bisherigen Gelder verbleiben, würde in der Saison 2008/09 jeder für die neue dritte Liga qualifizierte Verein 840.000 Euro erhalten, da die zweiten Mannschaften der Profiklubs ab besagter Spielzeit vereinbarungsgemäß keine TV-Gelder mehr bekommen.“ Diese Zahlenspiele basieren jedoch gleich auf mehreren Unbekannten.

Zum einen ist nicht abschließend geklärt, welche Gelder an die Oberligisten fließen werden. Die Debatte hat auf unterer Ebene freilich ihr Äquivalent. Außerdem läuft der Fernsehvertrag zwischen ARD und DFB im Jahr 2009 aus. Wiesinger hofft, dass die ARD dann weiterhin auf die dritte Liga setzen wird, „wobei ich mir durchaus auch Interesse bei Privatsendern für diese bundesweit attraktive Liga vorstellen kann“. Bei der ARD, die seit dieser Saison erstmals Regionalligaspiele in ihr Programm aufgenommen hat und im Schnitt drei Millionen Zuschauer erreicht, gibt man sich zurückhaltend. „Wir sind der Sender der ersten Liga. Ob die dritte Liga für unsere dritten Programme eine hohe Attraktivität besitzen wird, muss sich erst noch zeigen.“ Eine mögliche Lösung: Das DSF könnte in die Bresche springen und für die nötige Planungssicherheit sorgen.

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