Reform der Weltfußballer-Wahl

Raumschiff Fifa

Nach dem Abschied von France Football richtet die Fifa die Wahl zum Weltfußballer künftig wieder alleine aus. Und reformiert dafür das Wahlprozedere. Künftig dürfen auch die Fans abstimmen. Muss man sich nun um die Fifa sorgen?

imago

Die Fifa — unendliche Weiten. Steuert aus ihrem Züricher Raumschiff heraus die Geschicke der Fußball-Welt. Zumeist zielsicher gegen den Willen der Fans. Und oft genug gegen Moral und Gesetz: Korruption, Kommerz, Katar. 

Man könnte wohl einen kompletten Text damit befüllen, um nur in Stichpunkten aufzulisten, was dieser Verband, der ja tatsächlich ein eingetragener Verein ist, alles an Schundlawinen an seinem Stecken trägt.

Unwichtige, aber beliebte Wahl

Aber es geschehen eben doch immer wieder mal Zeichen und Wunder. Dann wird Bayern München eben mal nicht erneut Deutscher Meister. Irgendwann. Dann steigen Klubs mit Konzern-Millionen im Plastik-Rücken eben auch einfach mal wieder ab. Irgendwann. Und dann trifft die Fifa eben auch einfach mal wieder eine vernünftige Entscheidung. Gestern.

Es ist nur eine Petitesse, aber die Reform der Wahl zum Weltfußballer des Jahres ist tatsächlich dazu angetan, schlicht und ergreifend für gut befunden zu werden. Schluss mit all den windigen Modellen, die in abwechselnder Form vermeintlichen Experten und/oder Nationalverbänden die Macht über eine zwar letztlich unwichtige, aber doch beliebte Wahl mit Strahlkraft verliehen.

Faire Methode

In Zukunft entscheiden also die Fans mit. Die, für die der ganze Zirkus veranstaltet wird. Die, die den ganzen Zirkus überhaupt erst zu dem machen, was er ist. Und die, die den Zirkus-Direktoren ihre üppigen Gagen zuschlagen. 

Zu 25 Prozent wird die Meinung der Anhänger künftig in die Gesamtwertung eingehen. Die anderen Teile übernehmen Journalisten, Nationaltrainer und -kapitäne. Es klingt nach einer fairen Methode, nach gesundem Proporz zwischen fachlicher Einschätzung und Leidenschaft.

Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sehr sich die Tektonik der Weltfußballer-Wahl dadurch verschiebt. Und ob die nun wieder parallel stattfindende Wahl zum Ballon d'Or damit obsolet wird. Fast so spannend, wie die Frage, welchen Mist die Fifa als nächstes verbrechen wird.

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