Real Madrid entlässt Bernd Schuster

Adiós.

Der Blonde Engel ist abgestürzt: Genau 17 Monate nach seiner Verpflichtung als Trainer von Real Madrid wurde Bernd Schuster am Dienstag bei den in der Krise steckenden Königlichen entlassen. Und das trotz Jobgarantie. Real Madrid entlässt Bernd SchusterImago Nachfolger des zuletzt umstrittenen deutschen Coaches ist Juande Ramos. Ramos hatte zuletzt den FC Sevilla und Tottenham Hotspur trainiert. Laut Radio Marca hat Schuster am Dienstag nach einem 30 Minuten dauernden Gespräch mit Real-Sportdirektor Predrag Mijatovic gegen 13.00 Uhr das Stadion-Gelände verlassen. Das für 17.00 Uhr angesetzte Training der Profis, die am Mittwoch im letzten Vorrundenspiel in der Champions League gegen UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg antreten, stand bereits unter der Leitung von Ramos.

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Ausschlaggebend für den Rauswurf des gebürtigen Augsburgers war die 3:4-Pleite Reals am Sonntag gegen den FC Sevilla. In der Primera Division liegt der Titelverteidiger als Tabellenfünfter bereits neun Punkte hinter dem Tabellenführer und Erzrivalen FC Barcelona. Bereits am Samstag kommt es zum Aufeinandertreffen der beiden Klubs in Barcelona.

»Es ist unmöglich, in Nou Camp zu gewinnen«


Schuster hatte seinen Rauswurf auch damit provoziert, dass er die Partie bei den seit 20 Spielen ungeschlagenen Katalanen bereits abgehakt hatte. »Es ist unmöglich, in Nou Camp zu gewinnen. Ich denke, es ist ihr Jahr. Wir werden versuchen, eine gute Show zu bieten, mehr können wir nicht tun«, meinte der Europameister von 1980 einen Tag vor seiner Entlassung.

Der deutsche Coach gilt allerdings auch als Bauernopfer von Klubchef Ramon Calderon. Schließlich hatte sich die Wut der Real-Fans zuletzt weniger auf Schuster und sein Team als vielmehr auf den Präsidenten konzentriert. Am Sonntag forderten die Fans beim Halbzeitstand von 1:3 Calderons Rücktritt. Schon auf der Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag, als der Klub-Patron seinen Etat für die kommende Saison nur mit Mühe durchdrückte, hatten »Calderon-raus«-Rufe für Aufsehen gesorgt. Calderon hatte Schuster noch vor wenigen Tagen mit einer Jobgarantie bis zum Saisonende ausgestattet: »Wir werden mit ihm ganz sicher bis zum Ende der Spielzeit gehen. Es müsste schon eine Katastrophe geschehen, um diese Situation zu verändern.«

Dieses Unglück ist nun offenbar eingetreten.

Schuster, Spaniens Trainer des Jahres 2007, war am 9. Juli vergangenen Jahres offiziell als Nachfolger des Italieners Fabio Capello vorgestellt worden. Er holte mit Real 2008 den Meistertitel und den Supercup, insbesondere in der Champions League blieb Real jedoch hinter den Erwartungen zurück. Als Spieler war der 48-Jährige mit Real zweimal Meister (1989, 1990) geworden. In Spanien hatte der 21-malige Nationalspieler vor dem Engagement bei Real bereits Deportivo Xerez (2001 bis 2003), UD Levante (2004 bis 2005) und den FC Getafe (2005 bis 2007) betreut.

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