RB Salzburg verkleinert das Stadion, weil niemand mehr hingeht

Keine Fans, keine Stimmung, RBS

Weil keine Fans mehr zu Red Bull Salzburg kommen, denkt der Klub nun über eine traurige Maßnahme nach: Das Stadion soll verkleinert werden.

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Quizfrage: Was passiert eigentlich, wenn man einen Traditionsverein aufkauft, plattmacht und mit einem Marketingkonstrukt ersetzt, das nur dazu da ist, den eigenen Energy Drink zu promoten, und diesen neuen Klub dann auch noch mit derart viel Geld vollpumpt, dass der Wettbewerb in der Liga zum erliegen kommt? Und wenn man diesen Klub dann auch noch als Farmteam für einen anderen Klub benutzt, um regelmäßig die besten Spieler dorthin abzugeben? Richtig, die Leute wenden sich ab. 

Bester Beweis dafür ist Österreichs Serienmeister RB Salzburg. Der Klub, der im Prinzip eine Art PR-Zombie des Vorgängerklubs Austria Salzburg ist, wurde in den letzen zehn Jahren zwar siebenmal Meister, sehen will ihn aber trotzdem niemand mehr. Oder genau deswegen. Zu den Heimspielen in der österreichischen Bundesliga kommen im Schnitt etwas weniger als 7000 Zuschauer. Angesichts des anhaltend schwachen Zuschauer-Interesses an den eigenen Heimspielen denkt der Klub nun darüber nach, sein Stadion zu verkleinern. Der Oberrang der 30.000 Zuschauer fassenden Arena könnte bereits ab der nächsten Saison geschlossen und mit Planen verhüllt werden. Das Europameisterschafts-Stadion von 2008 würde dann noch 19.000 Plätze bieten. 

»So könnten wir eine dichtere Atmosphäre schaffen«

»So könnten wir eine dichtere Atmosphäre schaffen«, sagte RB-Geschäftsführer Stephan Reiter der Kronen-Zeitung: »Angesichts der Größe der Stadt und des Einzugsgebiets, aber auch mit einem Blick auf die Besucherzahlen der anderen Vereine ist das realistisch.«

Seit Sommer 2015 gab es lediglich zwei Salzburger Heimspiele, zu denen mehr als 19.000 Besucher erschienen waren. Im Play-off zur Champions League 2016 gegen Dinamo Zagreb waren es 23.451, im Europa League-Gruppenspiel 2016 gegen Schalke 04 kamen 23.133.