RB Leipzigs erstes Heimspiel in der Bundesliga

Rangnick und Gottschalk: intime Kenner der Fankultur

Einer von ihnen besagt, dieser stille Protest treffe nicht RB, sondern den eigenen Klub und sei außerdem völlig sinnlos. »Fans, die ihre Teams auswärts nicht begleiten, schaden damit vor allem der eigenen Mannschaft«, erklärt ein ausgewiesener Experte für Fankultur namens Ralf Rangnick. Pit Gottschalk, als ehemaliger Chefredakteur der »Sport Bild« ebenfalls ein intimer Kenner der Stimmung auf den Stehplätzen, verweist darauf, dass der Gästeblock trotzdem voller Schwarz-Gelber sein wird, und schreibt: »Die Mehrheit der BVB-Fans will offenbar das tun, wofür Fans da sind: Ihre Mannschaft, die den größten Umbruch seit zehn Jahren erlebt, beim zweiten Saisonspiel unterstützen. Das und nur das ist Echte Liebe.«

»Ihr Protest wird nichts ändern!«

Die Online-Ausgabe der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung wiederum wusste schon im Juli: »Ihr Protest wird nichts ändern. Das Stadion wird voll sein, Red Bull weiter investieren, Leipzig weiter mitspielen.«

Gut, dass wieder mal alle wissen, was echte Liebe ist, wie genau man gegen etwas protestieren darf, was einem nicht gefällt, und wofür diese Fans überhaupt da sind.

Wofür sind Fans da?

Echte Liebe ist, wenn man ein persönliches Opfer bringt, weil man glaubt, dass es dem Objekt der Liebe hilft, auch wenn es einen selbst vielleicht schmerzt. Wenn einem etwas nicht gefällt, darf man in diesem Land nach eigenem Gutdünken protestieren, solange man keine Gesetze bricht und friedlich bleibt.

Fans sind dafür da, sich nicht vorschreiben zu lassen, wofür Fans da sind.