Rassistische Ausfälle beim Derby della Capitale

Römische Rassisten

Beim Römer Stadtderby wird Roma-Verteidiger Antonio Rüdiger permanent rassistisch beleidigt. Leider nur die nächste Episode einer traurigen Serie. 

imago

Zum ersten Mal seit knapp vier Jahren fand das Stadtderby in Rom zwischen Lazio und AS gestern wieder in den Abendstunden statt. Das war das Resultat zäher Verhandlungen zwischen den beiden Präsidenten der jeweiligen Vereine und dem Polizeichef der italienischen Hauptstadt über die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Spiel. Diese waren nach schweren Ausschreitungen um das »Derby della Capitale« im April 2013 heftig verschärft, die Begegnung in den letzten Jahren nur tagsüber angepfiffen worden.

Das Hinspiel des Halbfinals der Coppa Italia im Stadio Olimpico endete diesmal mit 2:0 für Lazio. Doch wie schon so häufig in der Vergangenheit rückte das Sportliche einmal mehr in den Hintergrund: Während der gesamten 90 Minuten wurde Roma-Verteidiger Antonio Rüdiger ausgepfiffen und rassistisch beleidigt in Form von sogenannten Affenlauten und anderen Diffamierungen.

Während der deutsche Nationalspieler nicht auf die Diffamierungen reagierte und auch nach dem Spiel keinen Kommentar abgab, sagte Rüdigers Mitspieler Kevin Strootman: »Ich habe die Beleidigungen gehört, das ist immer schlimm.« Der Verband müsse zwingend darauf reagieren. Lazio-Trainer und -Ikone Simone Inzaghi verurteilte die rassistischen Ausfälle ebenfalls, gab aber an, sie nicht gehört zu haben. Etwas verwunderlich, hatte der Stadionsprecher die Tifosi doch aufgefordert, die Diffamierungen zu unterlassen und sogar mit einem Spielabbruch gedroht.

Alle auf Rüdiger

Für Rüdiger war es schon das zweite üble Erlebnis im Rahmen des Römer Derbys. Nach dem Aufeinandertreffen im Dezember hatte Lazios Senad Lulic über ihn gesagt: »Vor zwei Jahren hat er in Stuttgart noch Strümpfe und Gürtel verkauft, jetzt spiel er sich als das Phänomen auf.« Der Ligaverband sperrte den Bosnier daraufhin für 20 Tage.

Die Episoden gegen Rüdiger sind allerdings nur die letzten einer Serie rassistischer Vorfälle mit Beteiligung von Lazios Fans. Die »Irriducibili«, Lazios größte Fangruppe, sind eindeutig neofaschistisch, bekennen sich öffentlich zu ihrer Menschenfeindlichkeit und verehren Italiens faschistischen Ex-Diktator Benito Mussolini.

Auf einem Transparent begrüßten sie die Roma-Anhänger 1999 mit den Worten »Aufschwitz ist eure Heimat, die Öfen euer zu Hause.« Zwei Jahre später bezeichneten sie AS-Fans ebenfalls auf Transparenten als »Judenfans« und den Gegner als »Neger-Mannschaft.«

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