Rassismus bei den Schweden – und die Reaktion darauf

»Wir alle stehen hinter Jimmy – zu einhundert Prozent.«

Den gab es auch von der geschockten Mehrheit der schwedischen Bevölkerung. Auf den Shitstorm der Hater folgte ein Sturm der Entrüstung – und der Unterstützung für Jimmy Durmaz: »Ich bin geehrt und überwältigt von all den liebenswerten Nachrichten, die ich von euch allen bekommen habe«, dankte der Frankreich-Legionär vom FC Toulouse via Instagram. »Das wärmt mir wirklich das Herz, nach all dem, was in der vergangenen Nacht passiert ist. Postet weiter eure Liebe, dann wird sie all den Hass dort draußen besiegen.«

Und so hoffen viele im Königreich Schweden, das seit der so genannten Flüchtlingskrise 2015 mindestens so aufgewühlt ist wie Deutschland, dass der Fall Durmaz etwas auslöst: »Mich hat das unglaublich berührt. Es gab zuletzt viel Rassismus im Land, es muss sich etwas ändern«, forderte der Ex-HSV-Stürmer Marcus Berg. Der aktuelle Hamburger Albin Ekdal befand: »Es fällt keinerlei Schatten auf Jimmy, es gibt nichts Böses über ihn zu sagen. Wir gewinnen als Mannschaft und wir verlieren als Mannschaft.« Kapitän Andreas Granqvist fügte mit grimmiger Miene an: »Wir alle stehen hinter Jimmy – zu einhundert Prozent.«

»Da haben diese Leute sich den Falschen ausgesucht.«

Der schwedische Fußballverband SvFF, in Person von Generalsekretär Hakan Sjöstrand, erstattete sogar mehrere Strafanzeigen bei der Polizei. Denn mit dem Shitstorm waren auch ernstzunehmende Morddrohungen auf Durmaz und seine Angehörigen niedergeprasselt. »So etwas können und werden wir einfach nicht dulden«, machte Sjöstrand klar. Selbst Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven (60) sprach deutliche Worte in Richtung des Mobs: »Das ist so erbärmlich«, sagte der 60-Jährige im schwedischen Staatsfernsehen.

Papa Simon Durmaz äußerst sich derweil zuversichtlich, dass sein Jimmy an dieser Geschichte nicht zerbrechen wird: »Herrgott, nein. Da haben diese Leute sich den Falschen ausgesucht. Jimmy ist unglaublich stark. Und das hier wird ihn noch viel stärker machen.«