Rapid-Ikone Steffen Hofmann legt sich mit Justiz an

Es droht Ärger im neuen Job

Christian Podoschek, Anwalt der »Rechtshilfe Rapid«, erklärte in der Wiener Zeitung »Kurier« gleich mal, was aus seiner Sicht dran ist am Fall »Republik Österreich gegen Steffen Hofmann«. Nämlich nichts bis wenig: »Eine Gefährdung durch die Fackel, wie sie der Gesetzgeber vor Augen hat, war im konkreten Fall auszuschließen. Außerdem sieht das Gesetz für die Verwendung von Pyrotechnik auf Bühnen, etwa in Theatern, Ausnahmen vor. Das könnte man hier ähnlich sehen.« Deshalb kündigte Podoschek in typisch-österreichischem Juristen-Deutsch an: »Wir werden jedenfalls ein umfassendes Rechtsmittel gegen dieses Straferkenntnis ergreifen.«

Damit nimmt diese Posse natürlich erst richtig Fahrt auf. Denn – ob gewollt oder ungewollt: Mit seiner Haltung setzt Hofmann auch ein öffentliches Zeichen gegen die rigide Politik der neuen Mitte-Rechts-Koalition in der Alpenrepublik. Diese hatte als eine ihrer ersten Amtshandlungen alle bis dato möglichen Ausnahme-Tatbestände für den kontrollierten Pyro-Gebrauch bei Sportveranstaltungen torpediert. Begründet hatten die neuen Machthaber dies u.a. mit »akuten toxischen Wirkungen« und »krebserregenden Folgen« für die Stadionbesucher. Wobei es andererseits dieselbe Koalition war, die das in Österreich lange erwartete Rauchverbot in Gaststätten kippte. Die rechtspopulistische FPÖ hatte im Wahlkampf sogar ausdrücklich für den »Raucher-Schutz« getrommelt.

Wenig hilfreich für seinen neuen Job

Nun könnten die neuen Law-and-Order-Sheriffs der Alpenrepublik mal so richtig böse vorgeführt werden. Man stelle sich nur folgendes Szenario vor: Steffen Hofmann, der Ehren-Spielführer des mit Abstand beliebtesten Fußballklubs Österreichs, muss sich im miefigen Verhandlungssaal eines Wiener Gerichtsgebäudes verantworten, weil er bei seinem Abschiedsspiel, ach, lassen wir das. Das mediale Interesse wäre jedenfalls überbordend – und die Sympathien der Öffentlichkeit wären vermutlich ziemlich einseitig verteilt.

Wobei auch für Hofmann selbst eine Menge auf dem Spiel stünde, sollte es tatsächlich zur juristischen Verlängerung kommen: Seit der Beendigung seiner Profi-Laufbahn im Juni ist Steffen Hofmann nämlich offiziell »Talente-Manager« bei Rapid. Zu seinen Aufgaben zählt die individuelle Begleitung junger Spieler, die es zu den Profis geschafft haben. »Wenn es so weit kommen sollte, dass sie mich nicht mehr ins Stadion lassen wollen, wäre das für meinen Job alles andere als hilfreich«, gibt er zu Bedenken.