Premier-League-Stars und ihr spezielles Monopoly

Wie England auf die Enthüllungen reagiert

Einen Mangel an »Mietobjekten« habe man übrigens nie verspürt, verrät Pennant, der sein Buch gerade in Auszügen im »Mirror« bewirbt: »Die meisten Mädels waren offensichtlich darauf aus, mal einen Fußballer abzubekommen. Sie waren bestens informiert über uns und sehr bereitwillig.« Das Echo auf die Monopoly-Enthüllungen ist selbst im Land von Paul Gascoigne, Joey Barton, Wayne Rooney und Stan Collymore gewaltig. Der Tenor der Reaktionen: Wir wussten ja, dass diese Liga krank ist. Aber gleich so kaputt?

Hochtalentiert, wenig motiviert

Jermaine Lloyd Pennant hatte eine Bilderbuch-Premier-League-Laufbahn hingelegt. Mit 16 landete der Junge aus Nottingham im Nachwuchs des FC Arsenal, wo er Ashley Cole kennenlernte. Mit 23 unterschrieb Pennant einen fetten Vertrag beim FC Liverpool, der ihm 30.000 Pfund pro Woche (34.000 Euro) einbringen sollte. Später verdiente er sogar 80.000 Pfund (90.000 Euro) pro Woche. Netto. Doch der pfeilschnelle Offensiv-Allrounder konnte die riesigen Erwartungen und die horrenden Geldsummen niemals rechtfertigen. Pennant galt branchenintern als super-talentiert, aber auch als mega-undiszipliniert – um es mal vorsichtig zu formulieren. Er liebte die Fiestas mehr als den Fußball. Heiße Mädels erschienen ihm wesentlich verlockender als harte Maloche. Und, nun ja, im Laufe der Jahre verlor Jermaine Pennant nicht nur den Bezug zur Realität, sondern auch wichtige Werte wie Demut und Menschlichkeit aus den Augen, wie er mittlerweile selbst einsieht.

»Über die Jahre habe ich mich in diverse Zwickmühlen und heikle Situationen begeben«, erklärt der jamaikanisch-stämmige Engländer in seinem Buch. Und fügt an: »All das hat meine Karriere auf das Schlimmste beeinflusst.« Das Fußball-Engagement des Jermaine Pennant, der immerhin 24-mal für die U21 der »Three Lions« auflief, plätscherte irgendwann nur noch dahin. Die Klubs, die ihn holten, wussten, dass sie auf eine hochspekulative Aktie setzten: Pennant erhielt Chancen in Portsmouth und in Saragossa, in Stoke und in Wolverhampton – bis er 32 war, konnte er sich irgendwie im Profigeschäft halten. Dann war die Party vorbei. Jermaine Pennant ging als Gescheiterter in die Geschichte des englischen Fußballs ein. Wie so viele vor ihm. Und nach ihm. Als Opfer der Umstände – und der Verlockungen im Paradies.

100.000 Pfund auf Ebay

Immerhin: Heute gibt sich Pennant weitgehend geläutert und reuig. Schließlich brachte ihn das Dasein als Premier-League-Playboy um die Liebe seines Lebens. Als seine designierte Ehefrau von Pennants Machenschaften erfuhr, verkaufte sie ihren mehr als 100.000 Euro teuren Verlobungsring kurzerhand bei Ebay.