Premier-League-Stars und ihr spezielles Monopoly

Was für ein krankes Spiel

TV-Gelder, Ablösen, Gehälter: In England ist einiges aus der Bahn geraten. Jetzt hat Ex-Spieler Jermaine Pennant von einem besonders widerlichen Ritual in der Liga berichtet. Es geht um Mietgebühren und Frauen.

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Ex-Liverpool-Star Jermaine Pennant hat eine Biographie geschrieben. Damit, so scherzte irgendein böser Internet-Troll, sei Pennant vermutlich der einzige Mensch auf der Welt, der mehr Bücher verfasst als selbst gelesen habe. Was ebenso schwer zu überprüfen ist wie die abenteuerlichen und teils unfassbaren Geschichten, die Pennant auf hunderten Seiten seinen Lesern erzählt. Der Titel des vorerst nur auf Englisch erscheinenden Werkes ist vielsagend: »Mental: Bad Behaviour, Ugly Truths and the Beautiful Game«.

»Mädchen-Monopoly«

Sollten die Enthüllungen des 35-jährigen Pennant über dekadente Ausschweifungen, schlüpfrige Vergnügungen, und menschliche Entgleisungen in der englischen Premier League nur halbwegs stimmen, dürfte diese Liga gerade im Begriff sein, ein ernstes Problem zu bekommen. Dass Jermaine Pennant und sein guter Freund Ashley a.k.a. »Cashley« Cole (u.a. FC Arsenal, FC Chelsea) flotte Dreier mit geneigten Groupies durchzogen, könnte dabei noch als Privatvergnügen durchgehen – wenn Pennant derlei Aktivitäten nicht explizit und öffentlich in seinem Buch beschreiben würde. Doch solche Storys schocken im England von heute keinen mehr.

Der eigentliche Aufreger in Pennants Buch ist ein anderer. Der frühere Flügelstürmer enthüllt detailliert, wie er, Ashley Cole und andere Profis »Mädchen-Monopoly« spielten. Die Idee dahinter? Wann immer einer der Teilnehmer eine Dame ins Bett bekam, galt diese fortan als sein »Eigentum«. Stieg ein anderer Spieler später mit derselben »Chick« in die Federn, musste er anschließend »Miete« an den »Besitzer« zahlen.

»J, du schuldest mir ein bisschen Geld«

Besonders attraktive Damen waren in diesem »Gesellschaftsspiel« übrigens als Parkstraße oder Schlossallee gelistet (beziehungsweise als deren englische Entsprechungen). Sie brachten vergleichsweise hohe »Mieten« ein, zum Beispiel 100 Pfund (rund 112 Euro). Weniger attraktive Frauen hießen im Insider-Sprachgebrauch Turm- oder Badstraße (beziehungsweise wie deren englische Entsprechungen) – und kosteten eher wenig »Miete«, zum Beispiel 14 Pfund (15,70 Euro). Was für ein krankes Spiel.

»Ich erinnere mich, wie einer der Jungs zu mir kam und sagte: ,Hier sind 14 Pfund’«, schreibt Pennant. »Ich musste lachen und sagte nur: ,Old Kent Road’ (in der deutschen Monopoly-Version: Badstraße, d. Red.).« Ein anderes Mal musste Pennant selbst bezahlen: »Plötzlich, aus heiterem Himmel, sagte einer von den Jungs zu mir: ,J., du schuldest mir ein bisschen Geld.’ Ich sagte: ,Warum?’ Er antwortete: ,Lucy – du schuldest mir 20 Pfund.’«