Premier League Aufsteiger Brighton & Hove Albion

Funk Soul Brothers

Drei Spieltage vor Schluss steht der erste Aufsteiger in die Premier League fest: Brighton & Hove Albion. Vor 20 Jahren arm wie eine Kirchenmaus, heute erfolgreich durch die Chips eines Pokerspielers.

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Gut möglich, dass die Möwen über Brighton, an der Küste des Ärmelkanals im Süden Englands, heute noch etwas angeschickert in der Luft hängen. Denn gestern Abend knallten ordentlich die Korken. Nach dem Heimsieg von Brighton & Hove Albion gegen Wigan war der Aufstieg quasi geschafft. Als dann Verfolger Huddersfield Town im Abendspiel gegen Derby County nicht über ein Unentschieden hinaus kam, herrschte Gewissheit und Ausnahmezustand: Zum ersten Mal in seiner Historie wird der Klub ab der kommenden Saison in der Liga der Schönen und Reichen, der Premier League, spielen.

Es ist noch nicht so lange her, da dümpelte Brighton & Hove Albion in der dritten englischen Liga (»Football League One«) herum. 2011 gelang dann unter dem uruguayischen Trainer und früheren Spieler Gustavo Poyet der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Dort setzten sich die »Seagulls« fest, entkamen in der vorletzten Saison nur knapp dem Abstieg, um schließlich in der vergangenen Saison erst in den Play-offs am Aufstieg zu scheitern.

Es hätte auch ganz anders laufen können: Als die Geldnot vor 20 Jahren so groß war, dass der »Goldstone Ground« - das Heimstadion von Brighton & Hove Albion – verkauft wurde, um Schulden zu bezahlen. Heute steht an gleicher Stelle ein großes Einkaufszentrum, was vielen Fans immer noch sauer aufstößt. Der Geschäftsmann »Dick« Knight übernahm 1997, nach dem Verkauf des Stadions, den Klub und stabilisierte ihn.

»The Lizard« übernimmt

2009 wurde der Vorsitzende dann von Tony »The Lizard« Bloom, einem erfolgreichen Pokerspieler, abgelöst. Mit Pokern und Sportwetten scheffelte der studierte Mathematiker seine ersten Millionen. Er gründete das Online-Wettportal »Premier Bet« , das sich auf Asiatische-Handicap-Wetten, eine besondere Form von Handicap-Wetten, spezialisierte. Mit seiner aktuellen Firma »Starlizard«, über die es in etwa so viele Informationen gibt wie Skandale von Philipp Lahm, zockt er professionell mit Sportwetten, wie ein Hedge-Fonds Manager.