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Portugal nach dem WM-Aus

Elefant und Nashorn

Portugal ist ausgeschieden. Immer noch. Doch woran lag es denn nun? Wie geht es weiter? Und vor allem: Was macht Cristiano Ronaldo? 

imago

Als alles vorbei und der Europameister geschlagen ist, ziehen plötzlich dunkle Wolken über Lissabon auf und vom Atlantik her fegt ein kalter Wind in die Stadt. Es passt zu der Stimmung beim größten Public Viewing Portugals auf dem Praça do Comercio, dem alten Handelsplatz der Hauptstadt direkt am Tejo-Fluss.

2016 hatten sich Zehntausende Portugiesen hier versammelt, um ausgelassen den EM-Titel zu feiern. Zwei Jahre später sind wieder Tausende Menschen auf die Fanmeile in Lissabon geströmt, dekoriert in Rot und Grün. Doch während der 1:2-Niederlage gegen Uruguay herrscht oft gespenstische Stille. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich kommt kurzzeitig lautstarke Hoffnung auf, die nach der erneuten Führung der Südamerikaner gleich verfliegt. Wieder Stille. Auch die vereinzelten »Puurrtuuugalll«-Rufe helfen am Ende nicht.

Stolz und Schönheit

Die Portugiesen ertragen das WM-Aus im Achtelfinale schließlich mit der ihnen ganz eigenen Melancholie. Während man auf dem Tejo Schiffen winken könnte, starren sie sprachlos auf die Videoleinwand davor. Die Portugal-Plastikfähnchen, die ein Sponsor verteilt hat, liegen zerknüllt auf dem Boden. Einige umschlungene Pärchen trocknen sich gegenseitig die Tränen.

In Ronaldos CR7-Bar, gleich um die Ecke, interviewen Fernsehteams den einzigen Uruguay-Fan. Der Fanmeilen-DJ legt nach Abpfiff Partymusik auf, aber die Menschen fliehen vor Wolken, Wind und Wehmut. Und auch der »Visit Portugal«-Werbespot, der noch über die Leinwand flimmert, kann bei den Einheimischen keinen Stolz mehr auf die Schönheit ihres kleinen Landes auslösen.

Ronaldos beste Szene

Die Portugiesen wollten sich noch einmal groß fühlen. »Es ist Zeit, wieder Giganten zu werden«, hatte die Sportzeitung »A Bola« vor dem Spiel getitelt, mit einem breitbeinigen Cristiano Ronaldo auf dem Cover. Aber auch der Nationalheld »Krischtianu«, wie ihn die Menschen hier anbetend rufen, kann Uruguay nicht im Alleingang besiegen.

Seine stärkste Szene im Spiel hat der portugiesische Kapitän noch, als er den humpelnden Doppeltorschützen Edinson Cavani stützt und vom Spielfeld geleitet.