Porto-Ultras terrorisieren die vierte Liga

Abgefackelte Minibusse und Schiedsrichter mit Bodyguards

Und da ist all das, was nicht auf dem Rasen passiert und fast noch schwerer wiegt. Denn das Gros der Mannschaft von Canelas 2010 setzt sich aus der Ultra-Gruppierung »Os Super Dragões« zusammen, die dem FC Porto die gefürchtete Treue schwören.

Eine Ansammlung von Männern, die Präsident Jorge Nuno Pinto da Costa seit jeher als eine Art Leibgarde dienen. Auch und vor allem, als sich dieser im Jahr 2004 wegen Korruptions-Vorwürfen vor Gericht zu verantworten hatte. Eine Ansammlung von Männern, die 2006 nach einem Spiel gegen Rio Ave das Auto von Porto-Trainer Co Adrianse attackierten — mit dem Holländer hinter dem Steuer.

Eine Verschwörung?

Eine Ansammlung von Männern, über die Ex-Porto-Spieler Costinha sagte: »Am Tage haben sie uns Spieler eingeschüchtert. Am Abend saßen sie beim Dinner mit den Vereinsbossen.« Und eine Ansammlung von Männern, die Erstliga-Schiedsrichter wie Jorge Ferreira in dessen Restaurant »besuchen«, um ihm mit Nachdruck mitzuteilen, wie wenig sie von seiner Leistung beim siegreichen Spiel von Portos Erzrivale Benfica hielten. Und der sich danach genötigt sah, einen Bodyguard anzuheuern.

Bei Canelas selbst sieht man die Sache naturgemäß anders. Ultra-Anführer und Canelas-Spieler Fernando Madureira, auch »der Affe« genannt, etwa sagt: »Wir sind nicht aggressiv. Wir verfügen nur über mehr Leidenschaft, mehr Hingabe als die anderen Teams.« Der Präsident des Vereins vermutet hinter dem Boykott der Eingeschüchterten schlicht eine »Verschwörung«.

Zwei abgefackelte Minibusse

Dass einem der Teams, welches maßgeblich für den Boykott geworben hat, und das in der Vergangenheit besonders unter Canelas zu leiden hatte, in der vergangenen Woche zwei Minibusse abgefackelt wurden? »Kein Zusammenhang«, so Canelas-Präsident Bruno Canastro: »Sollte das Gegenteil bewiesen werden, melden wir uns vom Ligabetrieb ab!« 

13 von 14 Teams der Divisão de Elite würden darüber einen Feiertag erklären.