Polanskis Neustart in Getafe

Eugen im Erasmus-Jahr

Eugen Polanski ist angekommen beim Madrider Vorortklub Getafe. In der Primera Division, einer der besten Ligen der Welt, hat sich der ehemalige Bankdrücker von Borussia Mönchengladbach einen Stammplatz erkämpft. Polanskis Neustart in GetafeImago Eugen Polanskis Wechsel von Borussia Mönchengladbach in die Primera Division kam für viele Fans in Deutschland überraschend. Zwar wusste man vom Talent des in Polen geborenen deutschen U-21-Nationalmannschaftskapitäns, doch immerhin kam er aus der zweiten Liga – und selbst dort wurde er nur noch unregelmäßig von Trainer Jos Luhukay eingesetzt.

[ad]

Heute ist das Gästebuch seiner Website voll mit Glückwünschen zur Geburt seines Sohnes und zu seinen Spielen, in denen er für seine Mannschaft immer wichtiger wird.
 
Laudrup war Polanski-Fan

Bei Getafe wurde man angeblich durch ein Videozusammenschnitt auf Polanski aufmerksam. Angeblich aber habe sich auch der damalige Getafe-Trainer Michael Laudrup, für den in Polen geborenen Polanski ausgesprochen. »Ein großer Fan von Polanski« sei der Däne, so hieß es. Viel höhere Stellen, an der man sich ein Kompliment abholen kann, als vom ehemaligen Weltklasse-Spielmacher gibt es kaum. Leider verließ Laudrup noch im selben Monat den Klub in Richtung Moskau. Doch Polanskis jetziger Trainer Victor Munoz ist nicht weniger angetan von seinem zentralen Mann im Mittelfeld.
 
Seit 1994 spielte der heute 22-Jährige bei seiner Borussia, die er schon als Kind auf dem Bökelberg anfeuerte. In der Saison 2004/2005 feierte er gegen Werder Bremen seinen ersten Bundesligaeinsatz. Umso schwerer muss es für ihn gewesen sein, als er in der seiner letzten Spielzeit in Mönchengladbach nicht mehr zur ersten Garde der Borussia gehörte. Das Angebot aus Spanien kam wohl gerade recht. Polanski unterschrieb für vier Jahre.
 
Was ein aufstrebender Verein aus der Primera Divison mit einem Mittelfeldspieler anfangen kann, der in seiner letzten Saison gerade mal neun Spiele in der zweiten Bundesliga machte, zeigte Polanski schnell. Ein Nachfolger für den zu Real Madrid abgewanderten Ruben de la Red sollte gefunden werden, und Polanski erfüllt seine Rolle bei Getafe.

Nach dem Spiel in Barcelona machten ihn die Zeitungen zum Spieler des Spiels. Das 1:1, das seine Mannschaft im Camp Nou erreichte, war zum großen Teil Verdienst des Ex-Gladbachers. Die spanischen Medien attestierten ihn durchweg gute Noten. Und auch beim Sieg gegen Real Madrid gehörte Polanski wieder einmal zu den besten Spielern auf dem Platz.

Und so nimmt es nicht Wunder, dass auf seiner Homepage eine Frage immer öfter gestellt wird: Wann er denn endlich zurück an den Niederrhein wechseln werde.