Pokalhelden erzählen von ihrem Sensations-Tor (4)

»Loch in der Kabinentür«

Heute ist Rudi Thömmes Kurierfahrer und Co-Trainer. Aber 1997 schoss er als Oberligaspieler erst Schalke und dann den BVB aus dem Pokal. 

Marcel Maffei

Rudi Thömmes, Kurierfahrer + Trainer

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23.9.1997

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Eintracht Trier (OBERLIGA) – FC Schalke 04 (BUNDESLIGA) 1:0 

Eine Viertelstunde vor Schluss bekomme ich am Strafraum einen Pass, den ich mit der Brust annehme und mit dem Außenrist ins Tor schlenze. Schalkes Torwart Jens Lehmann war wegen der Niederlage so wütend, dass er ein Loch in die Kabinentür trat, die wir deswegen auswechseln mussten. Ich bekam nach dem Spiel viele Anrufe, wie ich es wagen könne, den eigenen Verein rauszuschießen. Ich bin nämlich Schalke-Fan. Alles halb so wild, scherzte ich dann. In der nächsten Runde schmeiße ich einfach Dortmund raus. Und so kam es auch. 

Der BVB wurde uns im Achtelfinale zugelost, ich schlenzte wieder mit dem Außenrist ins Tor – und wir gewannen 2:1. Ganz schön irre, wenn man bedenkt, dass Schalke amtierender Uefa-Cup-Sieger war und der BVB die Champions League gewonnen hatte. Wir kamen schließlich bis ins Halbfinale, wo wir unglücklich gegen Duisburg ausschieden. Heute lebe ich immer noch in Trier, arbeite als Kurierfahrer und Co-Trainer der Eintracht. 2016 war wieder mal der BVB im Pokal zu Gast. Wir verloren leider 0:3.

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