Plötzlich Profi: Fanliebling Ali Dia

Bambi auf dem Eis

»Hier ist George Weah! Ich hätte da einen Stürmer für sie!« Dies ist die wunderbar-verrückte Geschichte von Ali Dia, dem Amateur, der plötzlich Profi wurde.

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Für die besten Ideen sorgt immer noch ein zünftiges Besäufnis unter Freunden. Und so nahm ein Kumpel des senegalesischen Amateurspielers Ali Dia im Herbst 1996 den Hörer zur Hand, rief beim FC Southhampton an und ließ sich zu Trainer Graeme Souness durchstellen. »Souness?« »Hier ist George Weah! Ich höre, sie suchen einen Stürmer? Ich möchte ihnen meinen Cousin Ali Dia ans Herz legen. Hat schon 13 Länderspiele gemacht und für PSG gespielt!«

War es nur ein Scherz?

So in etwa spielte sich das ab. Andere Zeiten waren das, ohne Internet und Scoutingberichte nahm Souness doch glatt für bare Münze, dass ihn da eben der Weltfußballer angerufen und mit einem Spieler geworben hatte und gab dem No-name einen Ein-Monats-Vertrag. Dia tauchte tatsächlich auf und absolvierte eine Trainingseinheit. Beim 5 gegen 2 machte sich der Neuling derart zum Brot, dass die altgedienten Southhampton-Kämpen an einen Scherz ihres Trainers glaubten.

Für den kommenden Spieltag wurde Dia dennoch in den Kader berufen – allerdings für die zweite Mannschaft. Weil deren Spiel wegen heftigen Schneefalls abgesagt wurde, nahm der von Personalsorgen geplagte Souness Dia doch noch mit zum Spiel gegen Leeds United am 23. November 1996. Selbstredend als Ersatzspieler für die Ersatzspieler.

Aber dann verletzte sich Vereinslegende Matt le Tissier und musste nach 32 Minuten ausgewechselt werden. In einem Akt der Verzweiflung schickte Souness Dia auf den Rasen. Und hatte nicht George Weah persönlich für diesen Mann getrommelt? 13 Länderspiele konnten nicht von ungefähr kommen.